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14.11.2011

15:57 Uhr

Nachgerechnet

Dickes Ende für Schiffsfondsbesitzer

VonGertrud Hussla

Für viele Anleger sind Schiffsfonds ein Verlustgeschäft: Anteile sind kaum noch was wert, Ausschüttungen fallen weg. Auszusteigen ist aber oft nicht die beste Lösung: Beim Verkauf schlägt das Finanzamt zu.

Böse Überraschung mit Schiffsfonds

Video: Böse Überraschung mit Schiffsfonds

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DüsseldorfDen Schiffsfondordner hat die Anlegerin seit Jahren nicht angerührt. Es ist für sie ein deprimierender Brocken. Protokolle, Zwischenberichte, Hiobsbotschaften. Erst fielen die Ausschüttungen weg. Dann gab es Sanierungsfälle, ein Charterer ging  pleite, Tilgungen wurden gestundet. Die Geschichte eines einzigen Fonds spiegelt die Misere der ganzen Branche wider. Doch am Ende war es gar nicht so schwer, nüchtern die Fakten zu sortieren und auszurechnen, was aus dem Investment geworden ist. Die gute Nachricht. Es ist noch  Geld übrig. Doch bei  Fonds wie diesem kommt leider noch ein dickes steuerliches Ende.

Es ist der Schiffsfonds VIII von HCI, ein Beispiel für viele. Erster Schritt der Bestandsaufnahme: Investment und Ausschüttungen. 10.000 Euro plus 500 Euro Provision (Agio) hat die Sparerin Ende 2004 investiert. In den ersten beiden Jahren lief es noch bestens. Der Anteil an acht Schiffen, einem Mix aus Mehrzweckfrachtern, Containerschiffen, Massengutfrachtern und einem Tanker warf noch schöne Ausschüttungen ab, bis 2008 insgesamt 2600 Euro. Dann gab es keine Ausschüttungen mehr.

Nun der zweite Teil der Rechnung: die Steuer. Gerade zu Anfang konnte die Anlegerin noch viel absetzen. Eine Verlustzuweisung von 41 Prozent ihrer Einlage brachte ihr im ersten Jahr einen Steuerersparnis von 1861 Euro (Steuersatz 44,31 Prozent). 2006 kam die Umstellung auf die Tonnagesteuer: künftig erhielt sie keine Verlustzuweisungen mehr, stattdessen wurde jedes Schiff mit einem geringen Pauschalbetrag belastet.

Wie hoch genau Verlustzuweisungen oder positive Steuersätze in einem Jahr waren, kann die Anlegerin als Prozentsatz des Investments in Geschäftsberichten unter dem Begriff „steuerliches Ergebnis“ finden. Alles in allem hat die Investorin zusätzlich zu den Ausschüttungen netto noch etwa 1875 Euro Steuern gespart.

Kommentare (5)

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danke_dir...

14.11.2011, 16:26 Uhr

Och, in dem Fall trifft es nicht die Falschen.

josefhirsepp

14.11.2011, 17:09 Uhr

VOKLSPORT: STEUERN SPAREN--> Bei diesen Geschaeften verdienen immer nur die "Weisse KRAGEN-HAIE"..., die mit dem Volkssport STEUERN-SPAREN die Opfer narkotisieren & Phanatisieren!
Andererseits ist die miese Politik & der ineffiziente Beamtenapparat selber an dieser Buerger-Einstellung nicht unschuldig, dem STAAT Steuern zu entfuehren und diese dann den HAIEN zum Frass zu ueberlassen! Gewinner sind stets diese Bank- & Finanzberater & z.B. AWD-Klinkenputzer, die diese Steuer-Spar-Produkte in ihrer verschwoererisch listigen Art feilbieten!
Diese Menschen sind prinzipiell und effektiv in denr Auswirkungen mit Zigarettenschmuggler-Banden aus Osteuropa gleichzusetzten...!

opsat

14.11.2011, 17:12 Uhr

Aber auch nicht unbedingt die Richtigen...
Die Initiatoren und sonstigen Mitverdiener haben ihr Geld.

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