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30.05.2011

07:19 Uhr

Nachgerechnet

Wald-Anlagen rechnen sich erst spät – wenn überhaupt

VonGertrud Hussla

Mit hohen Renditen locken Teakholzplantagen die Anleger. Doch wer hier investieren will braucht sehr viel Geduld und noch mehr Vertrauen. Welche Risiken bei der Holzanlage zu beachten sind.

Holziges Investment

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DüsseldorfDie Werbung ist im Internet kaum zu übersehen. Zwölf Prozent Rendite pro Jahr verspricht die Schweizer Gesellschaft Life Forestry für ein Investment in Teakholzplantagen. „Das natürliche Kraftpaket für Ihr Portfolio“ soll es sein. Doch der Anleger muss hier viel glauben und kann nur wenig prüfen. Sicher ist nur: der Sparer gibt sein Geld erst mal für volle zwanzig Jahre weg.

So soll es funktionieren: Kunden kaufen ab 100 Teakholzsetzlinge aufwärts in Plantagen in Costa Rica oder Ecuador, warten, bis die Bäume ausgewachsen sind, und dann winkt eine schöne Holzernte.
1.100 Setzlinge passen beispielsweise auf einen Hektar Land. Sie sollen bei Life Forestry inklusive Nebenkosten 37.400 Euro kosten. Pflege über 20 Jahre eingeschlossen. Am Schluss lässt sich das Holz nach einer Modellrechnung im Idealfall für das Achtfache des Einsatzes verkaufen– daher die zwölf Prozent Rendite pro Jahr.

Doch 37.400 Euro für einen Hektar frisch gepflanzter Bäume – das ist schon mal ein stolzer Preis. Zumal dem Käufer nur die Bäume gehören, nicht das Grundstück. Zum Vergleich: Die Sharewood AG, die ein ähnliches Konzept hat, verkauft 1.100 Setzlinge plus Aufzucht für 23.000 Euro. Konkurrent Forest Finance nimmt 25.000 Euro.

Der Grund kostet in Costa Rica nach Einschätzung des Betreibers der Handelsplattform investingalternatively.com, Cyrill Haenni, rund 4.000 bis 7.000 Euro pro Hektar. Aber den bezahlt der Kunde ja gar nicht, das Land bleibt in Besitz von Life Forestry. Für Aufforstung und Pflege rechnen Experten rund 15.000 Euro.

Und der Rest? Wie viel geht ins Marketing? Wie hoch ist die Spanne von Life Forestry? Und wie viel geht in eine Stiftung? Eine Stiftung soll einspringen, wenn Forestry Life oder eine Tochter pleitegeht. Doch Details zum Geschäftsplan behält Life Forestry weitgehend für sich. Bei Investments in Tropenbäume besteht keine Prospektpflicht.

Kommentare (7)

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Carsten

30.05.2011, 09:50 Uhr

Absolut richtig! Da werden gutgläubige Investoren gesucht, die auf der grünen Welle mitreiten wollen. Vielleicht läßt sich das Gewissen damit etwas beruhigen, hat man doch Gutes getan!? Aus dem Freundeskreis (Holzwirtschaft) weiß ich, dass diese Art von Investment unkontrollierbar ist. Egal ob Schädlinge, Naturkatastrophen oder Regierungen und Gesetzgebung. So geschehen, wurde in manchen Fällen Gesetze geändert. U.a. wurde verlangt, dass das Holz lokal verarbeitet werden muss. Also müssen Holzfabriken gebaut werden. Je nach Land verschwinden Teile der Fabriken und Ersatzteile für den laufenden Betrieb schneller als das Holz geschnitten wird. Zusammenfassend gesagt: Für Unternehmen mit mehreren Generationen Erfahrung und Verbindungen im Mix in Ordnung. Für alle "Fondsmanager", Produktmanager und Träumer mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verlustgeschäft. Meine Freunde würden NIEMALS in soetwas investieren. Obwohl sie wissen, dass man mit Holz (eigentlich) Geld verdienen kann.

gast

30.05.2011, 10:44 Uhr

Was sind schon zwanzig Jahre bei ökologischer Wirtschaft?
Manche Hecken brauchen ähnliche Zeiten.

tofu

31.05.2011, 14:11 Uhr

Das ist doch alles nur Spekulation @Carsten. Welches Investment ist schon über 20 Jahre hinweg sicher??? Wer langfristig Geld anlegt, hat immer mit einem Risiko zu rechnen. Dafür hat er unter Umständen eine sehr hohe Rendite. Ich würde mein Geld streuen und einen Mix aus mehreren Anlageformen machen. Holz ist hier sicher eine gute Alternative. Und meine FREUNDE sind so schlau und würden bei einem seriösen Anbieter durchaus mitmachen. (-:

Offenbar hat das Handelsblatt in dieser Sache mal wieder ziemlich mies recherchiert. Wäre ja nicht das erste mal.

Grüsse
Walter

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