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21.08.2012

09:48 Uhr

Nachgerechnet

Wie Publikumsfonds bei Anlegern abkassieren

VonGertrud Hussla

Neuerdings verlangen immer mehr Fonds erfolgsabhängige Gebühren - zusätzlich zu den üblichen Kosten. Das schmälert die Rendite schnell um mehr als ein Prozent. Ein Beispiel ist das Flaggschiff der Deka-Gruppe.

Bonus für Negativrendite

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DüsseldorfEigentlich kennt man so etwas eher von hochraffinierten Hedge-Fonds für Profis: Mit erfolgsabhängigen Gebühren lässt sich das Management für besonders gute Leistungen honorieren. Doch inzwischen ist ein Großteil der großen Publikumsfonds ebenfalls klammheimlich dazu übergegangen, von Anlegern eine solche Belohnung für das Management zu kassieren – zusätzlich zu allen anderen Gebühren. Wenn das Management es schafft, eine selbstgewählte Hürde zu schlagen, bekommt es noch mal ein extra Honorar.

So auch beim altbekannten DekaFonds Classic, in dem über drei Milliarden Euro Sparergeld stecken. Er investiert überwiegend in deutsche Aktien. Im Prospekt steht es neuerdings im Kleingedruckten auf Seite 16: „Die Gesellschaft kann... eine täglich berechnete erfolgsbezogene Vergütung erhalten...“ Als Vergleichsmaßstab dient dabei der HDax Total Return Index, ein breit gefasster deutscher Aktienindex, der als Messlatte durchaus geeignet ist.

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och ärgerlich wird es einen halben Satz weiter: Die neue Gebühr kann „auch bei negativer Wertentwicklung“ des DekaFonds fließen, also wenn der Fonds im Minus landet. Sollte die Messlatte nämlich noch stärker abgestürzt sein, wäre der Fonds gegenüber dem Index ja immer noch besser.

Und dann noch das: Damit der Abstand zum HDax nicht zu klein wird, zählt beim Vergleich die Entwicklung des Fonds vor Abzug der fixen Verwaltungskosten. Von der Bruttospanne, um die die Manager besser waren als der Index, dürfen sie 25 Prozent extra kassieren. Da bleibt vom Renditevorsprung des Fonds am Ende oft nur sehr wenig übrig.

Kommentare (5)

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ETF-Fan

21.08.2012, 11:15 Uhr

Und fleißig sägen sie an dem Ast auf dem sie sitzen...

KOB

21.08.2012, 11:40 Uhr

Sie hätten anmerken sollen, dass alle deutschen Publikumsfonds zum Jahresende ihre Gebührenmodelle von der BaFin genehmigen lassen müssen. Auch bestehende Altfonds. Da wird es Bewegung geben, weil die Aufsicht Musterklauseln vorgegeben hat. Mehr auf vv.de (unter "Workshop").

Fondsmanager

21.08.2012, 13:23 Uhr

Kosten für Fonds, Ausgabeaufschläge z.B.5% plus TER 2%. Also z.B. rund 7% Kosten.
Frage:,Was bleibt den Kunden? Bei den Märkten in den letzten 10 Jahren, eigentlich nix. Und warum Fondsmanager? Keine Ahnung.
Aber das ist ja auch was, oder?

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