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20.06.2011

14:06 Uhr

Nachlassendes Interesse

Deutsche Anleger haben keine Lust auf ETFs

Das Sommerloch, Griechenlands Schulden und die schlechte Konjunktur machen Händler für das geringe Interesse der Anleger an ETFs verantwortlich. Selbst Fonds auf den deutschen und europäischen Markt zogen nicht.

Anleger handelten in der vergangenen Woche ETF-Anteile von "nur" rund 56 Millionen Euro. Quelle: dpa

Anleger handelten in der vergangenen Woche ETF-Anteile von "nur" rund 56 Millionen Euro.

FrankfurtBörsennotierte Indexfonds (ETFs) stoßen bei deutschen Privatanlegern momentan auf geringes Interesse. In der vergangenen Woche handelten Anleger über die Börse Stuttgart ETF-Anteile im Wert von rund 56 Millionen Euro, wie die Börse am Montag mitteilte. Der bisherige Wochendurchschnitt betrug 2011 etwa 100 Millionen Euro. „Das liegt zum Einen sicher an dem beginnenden Sommerloch“, sagte Händler Peter Smolny von der Börse Stuttgart. „Zum anderen sorgen Diskussionen um die griechischen Staatsfinanzen und schlechte Konjunkturnachrichten für Unsicherheit und dämpfen die Lust auf ETFs.“

Selbst das Interesse an Fonds auf den deutschen und europäischen Markt hat in der vergangenen Woche nachgelassen. Käufer und Verkäufer hielten sich zuletzt die Waage, nachdem in den Vorwochen die Käufer überwogen hatten. „Dabei nutzten viele Anleger gehebelte Fonds, um mit geringen Investitionssummen möglichst stark von Kursaufschwüngen profitieren zu können“, sagte Smolny. Besonders beliebt war in diesem Zusammenhang der ETFX Dax 2x Long.

Auch bei ETFs, mit denen Anleger auf fallende Kurse von Staatsanleihen setzen können, hat sich die Stimmung geändert. Beispielsweise wurde der Lyxor ETF Daily Double Short Bund fast ausschließlich verkauft. In den vergangenen Wochen hatten sich einige Anleger damit eingedeckt. „Offenbar haben sie die entsprechenden ETFs nun wieder verkauft, da von der Sitzung der Europäischen Zentralbank am vergangenen Donnerstag keine Überraschungen in Bezug auf Zinsanhebungen ausgegangen sind“, sagte Smolny. Hätte die EZB unerwartet starke Zinserhöhungen angedeutet, hätte das die Kurse von Staatsanleihen belasten können.

ETFs auf den US-Markt, Asien, Schwellenländer sowie Rohstoffe wurden weiterhin zumeist verkauft. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Wochen fort. Davon waren der Lyxor Russia, der Lyxor MSCI Emerging Markets und der iShares FTSE Bric 50 besonders betroffen.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Petra

23.06.2011, 12:47 Uhr

Ist doch völlig klar!

Kauft man einen ETF auf den DAX und erfährt dann hinterher, dass dieser über SWAPS in japanischen Aktien investiert ist, fördert das nicht das Vertrauen. Schlimm wird es dann, wenn dieser ETF (auf deutsche Aktien!) nicht handelbar ist, weil in Japan die Börse nicht geöffnet hat!

Deshalb: Nur ETFS kaufen, welche die Aktien der Indizes auch physisch besitzen!!! Alles andere ist Unsinn!

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