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26.02.2013

17:47 Uhr

Nagelprobe für Firmenjäger

Finanzinvestoren lechzen nach frischem Geld

Finanzinvestoren müssen in diesem und in den nächsten Jahren Milliarden bei den Geldgebern einsammeln. Doch das dauert länger als früher – und ist angesichts geschrumpfter Renditen und hartnäckiger Risikoscheu gar nicht so einfach.

Finanzinvestoren konkurrieren um die wenigen Mittel der institutionellen Anleger. dpa

Finanzinvestoren konkurrieren um die wenigen Mittel der institutionellen Anleger.

BerlinViele Finanzinvestoren haben die Krise längst abgehakt. Banken geben ihnen wieder Kredite, Milliardendeals sind in Reichweite. Doch die eigentliche Nagelprobe steht den erfolgsverwöhnten Firmenjägern erst noch bevor. Sie müssen 2013 und in den Folgejahren frische Milliardensummen bei ihren Geldgebern einsammeln. Das ist angesichts dürftiger Renditen in den vergangenen Krisenjahren und der anhaltenden Risikoscheu vieler Profi-Anleger keine triviale Aufgabe.

"Wem es nicht gelingt, die Investoren zu überzeugen, wird Probleme haben, neue Fonds aufzulegen", sagt Martin Halusa, Top-Manager der Private-Equity-Firma Apax, am Dienstag auf der Branchenmesse "SuperReturn" in Berlin. Er sammelt gerade selbst Milliarden bei Profi-Anlegern wie Pensionskassen, Stiftungen oder Versicherungen ein. Ob die erhoffte Fondsgröße von neun Milliarden Euro zustande kommt, ist nach Ansicht vieler Geldgeber fraglich. Auch der Rivale Permira muss künftig voraussichtlich kleinere Brötchen backen. Das Einsammeln der Gelder dauert zudem viel länger als früher.

Top10: Die besten Aktienfonds 2012

Rangliste

Ein Überblick über die besten Fonds in den Aktienkategorien, die am besten im Jahr 2012 gelaufen sind.

Quelle: Feri EuroRating Services AG

Platz 10

Aktien Greater China
Vitruvius Greater China Equity B USD    29,53 Prozent

Platz 9

Aktien Euroland
Fidelity Funds - Euro Blue Chip A-EUR   31,43 Prozent

Platz 8

Aktien Asien Pazifik ex Japan
Templeton Asian Smaller Companies A (acc) USD           33,72 Prozent

Platz 7

Aktien Nordamerika
Legg Mason Capital Management Opptnty A Dis A USD               35,26 Prozent

Platz 6

Aktien Europa
Comgest Growth Greater Europe Opportunities Euro   35,42 Prozent

Platz 5

Aktien Emerging Markets
RBS Market Access MSCI Emg and Frntr Afr xSA ETF      36,44 Prozent

Platz 4

Aktien Deutschland Mid/Small Caps
DWS German Small/Mid Cap     36,65 Prozent

Bronze

Aktien Deutschland
DWS Deutschland           38,43 Prozent

Silber

Aktien Europa Mid/Small Caps
Dexia Equities B Europe Small & Mid Caps C Cap              39,99 Prozent

Gold

Aktien Mittel-/Osteuropa
Renaissance Ottoman A EUR     41,15 Prozent

 

Die Konkurrenz um die wenigen verfügbaren Mittel der institutionellen Anleger ist auch hoch wie selten. Nach Daten des Brancheninformationsdienstes Preqin wollen die zehn größten Fonds am Markt derzeit zusammen 84 Milliarden Dollar einsammeln. Der Grund: Viele Firmenjäger wittern auch in Europa wieder große Übernahmen - dafür brauchen sie reichlich Munition.

Private-Equity-Firmen locken ihre Geldgeber daher mit Angeboten, wie es sie in den Boomzeiten 2006 oder 2007 niemals gegeben hätte. So fordern sie beispielsweise deutlich weniger Gebühren für die Verwaltung der Gelder. Früher waren zwei Prozent des betreuten Vermögens als Satz üblich - heute ist es Branchenkreisen zufolge oft nicht mal die Hälfte.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Immer häufiger bieten die Beteiligungshäuser ihren Geldgebern auch direkte Co-Investments in die Unternehmen an, damit diese die Gebühren ganz sparen können. "Solche direkte Investitionen in die Firmen bringen uns mehr Rendite als Investments über Private-Equity-Fonds", sagt Andre Bourbonnais vom mehr als 170 Milliarden Dollar schweren kanadischen Pensionsfonds CPPIB.

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