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19.01.2004

08:26 Uhr

Neben den Spitzenreitern für 2003 gibt es zwei langfristige Gewinner: Schwellenbörsen und Goldminen

Aktienfonds feiern eine Renaissance

VonIngo Narat

Die Jahresbilanz 2003 für Investmentfonds spiegelt die wachsende Zuversicht in die weltweite Konjunkturerholung wider: Aktienfonds stehen in den Gewinnerlisten wieder ganz oben. Das zunehmende Vertrauen treibt die Aktienkurse und lässt die vorherigen drei Baissejahre etwas in den Hintergrund rücken.

FRANKFURT/M. In der Übersicht präsentieren sich zwei Anlagethemen im Aktienbereich als offensichtliche Gewinner: Nebenwerte und Technologietitel. Daneben gibt es zwei versteckte längerfristige Gewinnerthemen: Schwellenländer und Goldminen.

Die tabellarische Auswertung bezieht alle rund 6 000 in Deutschland angebotenen Investmentfonds in- und ausländischer Gesellschaften ein. Insgesamt 35 wichtige Fonds- Anlageschwerpunkte sind berücksichtigt. Die Reihenfolge richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung der einzelnen Gruppen im vergangenenJahr. Zur längerfristigen Orientierung sind auch die durchschnittlichen jährlichen Veränderungen über einen Dreijahreszeitraum angegeben. Parallel zu dieser Gesamtübersicht startet das Handelsblatt heute im Rahmen seiner täglichen Berichte über die Performance einzelner Fondsgruppen mit den ausführlichen Jahresanalysen – zu Beginn mit deutschen Aktienfonds für Standardwerte.

Als größte Gewinner in der Gesamtauswertung entpuppen sich die Aktienfonds für deutsche Nebenwerte, die im Schnitt 44,49 % zulegten (s. Tabelle rechts). Auch europäische, japanische und internationale Nebenwerte liefen prächtig und konnten sich auf vorderen Rängen in der Rangliste platzieren. Ein weiteres Top-Thema des vergangenen Jahres war das Comeback vieler Technologiewerte. Fonds für Aktien aus dem Bereich Informationstechnologie beispielsweise liegen mit einem durchschnittlichen Plus von 34,36 % auf dem fünften Rang. Das ertragreichste Produkt aus diesem Segment, der H & A Lux Dac Internet- Fonds, führt mit einem Sprung von 128,81 % sogar die Hitliste aller Einzelprodukte an.

Lohnend waren auch Anlagen an den Schwellenbörsen. Fonds für Aktien aus den Regionen Hongkong/ China und Lateinamerika liegen mit durchschnittlichen Wertzuwächsen von jeweils über 37 % auf den Plätzen zwei und drei. Auch die in Osteuropa, in einzelnen Ländern oder international an Schwellenbörsen anlegenden Produkte rangieren in der Spitzengruppe.

Manager bleiben optimistisch

Viele Manager der Gewinner- Fonds für 2003 aus diesen Anlagekategorien bleiben optimistisch. „Die Kurse chinesischer Aktien werden von den weiter guten Unternehmensgewinnen profitieren“, sagt beispielsweise Richard Wong von HSBC Asset Management (Hongkong). Wong betreut den HSBC GIF-Chinese Equity, den mit 70,72 % Plus ertragreichsten Fonds unter den Hongkong/China-Produkten. Auch Atul Tetambe von Allianz Dresdner Asset Management Singapur zeigt sich weiterhin sehr optimistisch. Er steuert den DIT-Thailand Fonds, der mit Investments in thailändischen Werten über 97 % Gewinn ausweist und damit Gruppensieger bei den auf Platz acht liegenden Emerging- Markets-Länderfonds ist. „Das Wachstum in Thailand wird in den nächsten Jahren noch zunehmen und die Aktien sind nicht teuer“, sagt er.

Ein Blick auf die längerfristige Performance belegt, dass sich die Fondsgruppen für Emerging-Markets fast durchweg von der Baisse an den Börsen der Industrieländer abkoppeln konnten. Das gilt in noch stärkeren Maße für die versteckten Langfristgewinner: den Fonds für Goldminenaktien, die 2003 mit knapp 25 % Gewinn auf dem elften Platz landen. Im Dreijahresvergleich lassen sie allerdings mit über 35 % Wertgewinn pro Jahr alle Konkurrenten weit hinter sich. Martin Siegel macht Hoffnung auf mehr. „Goldaktien können in diesem Jahr locker 30 % zulegen, wenn der jetzt leicht konsolidierende Metallpreis bis zu 500 Dollar pro Unze erreicht“, sagt der Fondsberater des PEH Q-Goldmines, der mit einem Plus von 31,33 % Jahresbester ist.

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