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22.03.2016

17:53 Uhr

Nebenjob Hedgefonds-Manager

Priester ins Visier der US-Aufsicht SEC geraten

Sein vermeintliches Handelstalent sieht ein Priester aus Massachusetts als „Geschenk Gottes“. Der Geistliche arbeitet nebenbei als Hedgefonds-Manager. Die US-Aufsicht SEC ermittelt nun wegen Manipulation am Aktienmarkt.

Die SEC geht der Frage nach, ob Emmanuel Lemelson aus Massachusetts falsche Angaben über Unternehmen gemacht hat, die von ihm selbst leerverkauft wurden. AP

US-Aufsicht Securities and Exchange Commission

Die SEC geht der Frage nach, ob Emmanuel Lemelson aus Massachusetts falsche Angaben über Unternehmen gemacht hat, die von ihm selbst leerverkauft wurden.

New YorkEin Priester, der nebenbei als Hedgefonds-Manager arbeitet, ist offenbar in das Visier der US-Aufsicht geraten. Informierten Kreisen zufolge läuft eine Untersuchung wegen Manipulationen am Aktienmarkt. Der Geistliche soll sein vermeintliches Handels-Talent als „Geschenk Gottes“ bezeichnet haben.

Die Securities and Exchange Commission (SEC) geht der Frage nach, ob Emmanuel Lemelson aus Massachusetts falsche Angaben über Unternehmen gemacht hat, die von ihm selbst leerverkauft wurden, hieß es aus den Kreisen. Wertpapier-Recht verbietet es Händlern, Wetten gegen Unternehmen einzugehen und dann zu versuchen, mit wissentlichen falschen Informationen den Aktienkurs in den Keller zu drücken.

Die SEC hatte den Kreisen zufolge ihre Untersuchungen aufgenommen, nachdem sich Firmen beschwert hatten, Lemelson, 39, verbreite potenziell falsche Informationen über diese Unternehmen in öffentlichen Foren. Die eingeleiteten Untersuchungen sind typischerweise ein vorläufiger Schritt der SEC und bedeuten nicht, dass Lemelson, der bisher keines Fehlverhaltens beschuldigt wurde, mit Maßnahmen der Aufsicht rechnen muss.

Die zehn größten Fondsanbieter am deutschen Markt

Franklin Templeton

19 Milliarden Euro

Generali Invest

31 Milliarden Euro

Blackrock

40 Milliarden Euro

Helaba Invest

113 Milliarden Euro

HSBC Trinkaus&Burkhardt

169 Milliarden Euro

Universal-Investment

206 Milliarden Euro

Union Investment (Volksbanken)

220 Milliarden Euro

Deka (Sparkassen)

222 Milliarden Euro

DeAWM (Deutsche Bank)

291 Milliarden Euro

Allianz Global Investors

367 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Fondsverband BVI

Dargestellt ist das Publikums-/Spezial-/Immobilienfondsvermögen // Gesamtvolumen 2600 Milliarden Euro

Stand: 31.12.2015

„Es gibt derzeit keine SEC- oder andere aufsichtsrechtliche Untersuchung gegen unser Unternehmen, und es hat auch nie eine gegeben“, sagte Lemelson. „Und es gibt auch keine Grundlage dafür.“ Ryan White, ein Sprecher der SEC, wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben.

Zwar ist der Amvona-Fonds von Lemelson ein kleiner Fisch in der 2,9 Billionen Dollar schweren Hedgefonds-Branche. Dennoch erlangte die Firma Bekanntheit, als das Wall Street Journal im Oktober ein Profil des Mannes veröffentlichte. Dem Zeitungsartikel zufolge verwaltet Lemelson rund 20 Millionen Dollar.

Er habe Millionen von Dollar für seine Investoren verdient. In dem Artikel wird Lemelson mit den Worten zitiert: „Mein ganzes Leben habe ich immer Dinge gewusst, bevor sie passiert sind. Ich glaube, dass das ganz einfach ein Geschenk Gottes ist.“ Lemelson gehört zur Griechisch-Orthodoxen Kirche. Diese erlaubt es Priestern, zu heiraten und Beschäftigungen außerhalb ihrer religiösen Pflichten nachzugehen.

Von Roboter-Beratern weltweit verwaltetes Vermögen

2014

13 Milliarden Dollar

Quelle: Oliver Wyman, ab 2016 Prognose

2015

30 Milliarden Dollar

Quelle: Oliver Wyman

2016

60 Milliarden Dollar

2017

100 Milliarden Dollar

2018

160 Milliarden Dollar

2019

270 Milliarden Dollar

2020

500 Milliarden Dollar

Bei den SEC-Untersuchungen geht es unter anderem um Aussagen über Firmen wie Ligand Pharmaceuticals Inc., World Wrestling Entertainment Inc. und Skechers U.S.A. Inc., verlautete aus den informierten Kreisen. In einem Beitrag, der im Juni 2014 auf der Finanzwebseite Seeking Alpha unter dem Pseudonym Amvona veröffentlicht wurde, hieß es beispielsweise, bei Ligand gehe es die akute Gefahr einer Pleite und die Nachfrage für das Medikament Promacta gebe rasant nach.

Innerhalb weniger Minuten gaben die Aktien mehr als sieben Prozent nach. Seit damals konnte das Unternehmen für Promacta allerdings den höchsten Quartalsumsatz aller Zeiten vermelden, und die Aktien der Firma aus dem kalifornischen La Jolla legten um rund 50 Prozent zu.

Die Aussagen zu Ligand in dem Beitrag bei Seeking Alpha werden Lemelson Capital zugeschrieben – so heißt die Hedgefonds- Management-Firma von Lemelson. Genau derselbe Beitrag wurde auch auf der Webseite von Lemelson Capital veröffentlicht.

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