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14.12.2016

13:54 Uhr

Neue Regeln für alte Fonds

Staat zwingt Anleger zum Handeln

Wer historische Fondsanteile handeln möchte, sollte das bis zum 31. Dezember dieses Jahres tun. Eine neue EU-Richtlinie verbietet ihren Verkauf nach dem Stichtag. Allerdings geht ihr Wert dennoch nicht ganz verloren.

Ein neues Gesetz fordert Besitzer von Wertpapiere in gedruckter Form (Tafelpapiere) auf ihre Anteilsscheine bis zum 31. Dezember 2016 zur Bank zu bringen und im Depot gutschreiben zu lassen. dpa

Wertpapiere in gedruckter Form - Tafelpapiere

Ein neues Gesetz fordert Besitzer von Wertpapiere in gedruckter Form (Tafelpapiere) auf ihre Anteilsscheine bis zum 31. Dezember 2016 zur Bank zu bringen und im Depot gutschreiben zu lassen.

FrankfurtDie Zeiten, in denen Wertpapiere tatsächlich aus Papier waren, sind lange vorbei. Doch nicht nur bei Sammlern sind die oft schmuckvoll gestalteten historischen Aktien und Fondsanteile begehrt. Die Fondsanbieter Union Investment und Dekabank beispielsweise sprechen jeweils von einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich, das ihre Kunden noch in Form sogenannter effektiver Stücke halten.

Ein neues Gesetz fordert die Besitzer solcher auch Tafelpapiere genannten Wertpapiere bis Ende dieses Jahres zum Handeln auf: Anteilsscheine deutscher Investmentfonds in Papierform sollen bis zum 31. Dezember zur Bank gebracht und im Depot der Kunden gutschrieben werden. Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um. Aktien sind von der Neuregelung nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts nicht erfasst. Nach dem Stichtag werden die betroffenen Papiere „kraftlos“, wie es im Kapitalanlagegesetzbuch heißt. Sind sie damit auch wertlos?

Nein, beschwichtigen Union Investment und Dekabank. „Im Prinzip gibt es für die in Deutschland zugelassenen Fonds nur eine rechtliche Änderung, die kaum Auswirkungen auf den Anleger hat. Dieser kann auch nach dem Jahresende zur Verwahrstelle des Fonds gehen und den Gegenwert in sein Depot buchen lassen“, sagt ein Sprecher von Union Investment.

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Auch bei der Dekabank heißt es: „Die Effekten deutscher Fonds sind nach dem 31.12.2016 zwar nicht mehr handelbar, das heißt kein Kunde kann sie weiterverkaufen. Allerdings behalten sie ihren Wert und nehmen an der Wertentwicklung und Ausschüttungen des Fonds weiterhin teil.“ Eine Sprecherin des Wertpapierhauses der Sparkassen betont: „Es gibt also keinen Grund für die Kunden, überstürzt zur Sparkasse zu gehen und die Papiere bis 31.12. einzuliefern. Das ist auch später noch möglich. Auch Steuern lassen sich nicht sparen, da eine Barauszahlung schon lange nicht mehr erfolgt, auch nicht brutto.“

Tafelpapiere haben ihren Namen daher, dass sie in der Regel bar direkt am Bankschalter („Tafel“) erworben wurden und in Eigenregie im heimischen Safe oder einem Bankschließfach aufbewahrt werden. Die Kupons für die Zins- oder Dividendenzahlungen schneiden die Besitzer von den Papieren ab und lösen sie bei der Bank ein, ohne dass dafür ein Konto nötig ist. Weil Anleger somit anonym bleiben können, sind solche Inhaberpapiere den Regulatoren bei der Bekämpfung von Steuerflucht und Geldwäsche ein Dorn im Auge. Denn die Emittenten, also Aktien- oder Fondsgesellschaften, kennen die Inhaber nicht. Die Behörden haben deshalb keine Zugriffsmöglichkeiten.

Kommentare (1)

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Herr Mark Hofmann

16.12.2016, 17:35 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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