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05.06.2015

14:44 Uhr

Norwegen ärgert RWE und Eon

Staatsfonds muss Schluss mit Kohle machen

Klimaschäden durch Kohlekraft sehen Norwegens Politiker als Risiko an. Deshalb zieht sich der riesige Staatsfonds aus Investments in Kohle zurück, wie das Parlament am Freitag entschieden hat – zum Ärger von Eon und RWE.

Umweltschützer feierten den Rückzug aus dem Kohlegeschäft als großen Fortschritt mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember in Paris. dpa

Umweltschützer jubelieren

Umweltschützer feierten den Rückzug aus dem Kohlegeschäft als großen Fortschritt mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember in Paris.

OsloDer norwegische Pensionsfonds steigt aus dem Geschäft mit der Kohle aus. Das Parlament in Oslo stimmte am Freitag einstimmig dafür, dass sich der größte Staatsfonds der Welt aus Energie- und Bergbauunternehmen zurückziehen soll, bei denen das Kohlegeschäft mehr als 30 Prozent am Umsatz oder Geschäft ausmacht. Umweltschützer feierten die Entscheidung als großen Fortschritt mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember in Paris.

Der Parlamentsbeschluss basiert auf einem Ende Mai erzielten Kompromiss des Finanzausschusses im Parlament. Nach Berechnungen des norwegischen Finanzministeriums sind zwischen 50 und 75 internationale Unternehmen betroffen, an denen der Pensionsfonds mit insgesamt 35 bis 40 Milliarden Kronen beteiligt ist.

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Norwegen nutzt seine Öl-Einnahmen für die Altersvorsorge seiner Einwohner. Jetzt will der weltgrößte Pensionsfonds seine Investments in Energieunternehmen aufgeben. Auch deutsche Energieförderer dürften betroffen sein.

Umweltschützern zufolge könnten sogar 122 Unternehmen betroffen sein, an denen der Pensionsfonds mit insgesamt 67,2 Milliarden Kronen beteiligt ist. Laut einer Studie von drei Nichtregierungsorganisationen wären unter den betroffenen Unternehmen auch die deutschen Energiekonzerne Eon und RWE.

Norwegens Staatsfonds speist sich aus den Einnahmen der Ölförderung und ist 793 Milliarden Euro schwer. Die Leitlinien des Pensionsfonds verboten bislang bereits Investitionen in Unternehmen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, Kinderarbeit ausnutzen, „besonders inhumane“ Waffen fertigen oder Tabakprodukte herstellen.

Von

afp

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