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21.04.2015

15:23 Uhr

Norwegen investiert

Weltgrößter Staatsfonds setzt auf Afrika

Norwegens Staatsfonds investiert einen größeren Teil seiner Gelder in Afrika. Damit will er von einigen der schnellsten Wachstums-Geschichten in der Weltwirtschaft profitieren. Was sich Privatanleger abschauen können.

Norwegens Staatsfonds investiert in Afrika. dpa

Norwegens Staatsfonds investiert in Afrika.

Norwegen Staatsfonds ist 890 Milliarden Dollar schwer. Wenn der weltgrößte Staatsfonds Anlageentscheidung trifft, beobachten das Investoren weltweit sehr genau. Jetzt weiten die Norweger, die bereits in Südafrika investiert sind, ihre Anlagen in den Norden und den Westen des Kontinents aus.

„Was neu ist, ist, dass wir uns nach Norden bewegt haben, Kenia und Nigeria. Und wir schauen uns ein paar westafrikanische Länder an“, erklärt Yngve Slyngstad, Vorstandschef von Norges Bank Investment Management in New York. „Im Norden von Afrika haben wir seit einiger Zeit Anlagen in Marokko und Ägypten. Und es kommen ein paar Investments in Tunesien.“

ETFs versus Investmentfonds

Rechtsform

ETF: Sondervermögen. Es ist das Kapital, welches der Anleger seiner Investmentgesellschaft gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen überlässt. Dadurch ist dieses Geld klar von den anderen Vermögenswerten der Gesellschaft getrennt und selbst vor dem Zugriff der Gläubiger im Insolvenzfall geschützt.

Investmentfonds: ebenfalls Sondervermögen

Erwerb

ETF: ETFs werden an der Börse gehandelt. Sie müssen, anders als normale Investmentfonds, nicht bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Weil sie an der Börse gehandelt werden, wird der Nettoinventarwert des Sondervermögens fortlaufend veröffentlicht.

Investmentfonds: Ein normaler Investmentfonds muss bei der Kapitalanlagegesellschaft physisch erworben werden. Diese gibt den Anlegern im Gegenzug ein Zertifikat und verwaltet das Kapital im eigenen Namen auf gemeinschaftliche Rechnung der Anleger.

Liquidität

ETF: ETFs sind deshalb beliebt, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und problemlos ganztägig an der Börse gehandelt werden können.

Investmentfonds: Anders als ETFs ist es nicht so leicht, einen normalen Investmentfonds zu verkaufen. Die Liquidität ist niedrig, verkauft wird einmal täglich zum Nettoinventarwert.

Transparenz

ETF: Das ETF-Sondervermögen muss täglich veröffentlicht werden.

Investmentfonds: Im Unterschied dazu ist die Transparenz der meisten Investmentfonds gering, veröffentlicht wird nur im Jahres- beziehungsweise Halbjahresbericht.

Gesamtkosten

ETF: ETFs werden passiv verwaltet, die Kosten sind niedrig.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds dagegen verwaltet ein Manager das Fondsvermögen und verfolgt eigene Strategien. Das kostet die Anleger unter Umständen mehr Gebühren.

Ausgabeaufschlag

ETF: Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufgeld, das auf den Nennwert eines Wertpapieres erhoben wird. Bei ETFs entfällt er.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds kann der Aufschlag dagegen bis zu fünf Prozent des Net Asset Value, des Anteilswertes, betragen.

Verwaltungsgebühr

ETF: Die ETF-Verwaltungsgebühr ist niedrig und beträgt zwischen 0,05 und 0,75 Prozent pro Jahr.

Investmentfonds: Für Investmentfonds müssen Anleger dagegen hohe Gebühren zahlen, bis zu zwei Prozent pro Jahr plus weitere Fondsgebühren.

Wertpapierprovision

ETF: Wertpapierprovision wird bei ETFs für deren Kauf und Verkauf erhoben.

Investmentfonds: Beim Investmentfonds entfällt sie

Afrika hat sich als eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt entpuppt. Zwar hat der Einbruch beim Ölpreis Nigeria und Angola geschadet, dennoch sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) für Sub-Sahara-Afrika Wachstumsraten, die beim Doppelten dessen liegen, was in Industrieländern zu beobachten ist. Laut einer Erhebung der Standard Bank mit Sitz in Johannesburg hat sich die Anzahl der Mittelschicht- Haushalte seit 2010 in der Region verdreifacht.

Der norwegische Staatsfonds bewegt sich in Richtung Schwellen- und Frontiermärkte, weil die Erträge in Industrieländern auf Grund der Lockerung der Geldpolitik dort zuletzt unter Druck geraten waren. „Die Geldpolitik beeinflusst die Preisgestaltung im heutigen Markt in einem Ausmaß, dass die Geldpolitik selbst zu einem Risiko geworden ist, das man im Auge behalten muss“, sagte Slyngstad.

Während der Staatsfonds neue Regionen in der Welt für sich entdeckt, verlässt er sich auf regionale Investment-Manager, die ihn bei Entscheidungen leiten. „Es kommen diverse neue Länder hinzu“, erklärte Slyngstad. „All diese Investments werden von externen Managern getätigt, im Allgemeinen von Managern aus demselben Land. Das bedeutet, dass unser Team von externen Managern im vergangenen Jahr viel umhergeflogen ist. Und eine Menge dieser Flüge führten sie dabei nach Afrika.“

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.04.2015, 15:34 Uhr

Afrika hat von seiner Bevölkerungszahl her und seinen Rohstoffvorkommen eine große Zukunft vor sich. Industrie, Absatzmärkte und die Wirtschaft könnten hier zum Wohl der Bevölkerung und der Investoren zum Zuge kommen....wenn man endlich diese Kriegstreiber und diese Korruption in der afrikanischen Politik unter Kontrolle bringen würde. Die afrikanische Poliitk ist noch zu sehr mir ihren eigenen Egoismus und Machterhaltung = Korruption beschäftig anstatt an das Wohl ALLER zu denken.

Herr Niccolo Machiavelli

21.04.2015, 15:39 Uhr

Große Zukunft?

Die afrikanischen Staaten importieren uns ihre Probleme mit dem Massenexodus, weil wir nichts unternehmen.

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