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17.01.2008

16:13 Uhr

November-Statistik

Flucht aus Aktienfonds

VonIngo Narat

Ängstliche Anleger: So Risikoscheu wie im vergangen November waren die europäischen Anleger noch nie. Beliebt sind deshalb vor allem Dachfonds und wertstabile Geldmarktfonds. Die Manager versuchen, die Risiken in ihren Produkten weiter zu minimieren.

Die Top Five der Fonds-Gesellschaften: Zur Vollansicht der Grafik bitte die Bildlupe anklicken.

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FRANKFURT. Die Anleger zogen im November vergangenen Jahres laut Lipper Feri europaweit netto 25,4 Mrd. Euro aus Aktienfonds ab. "Das ist ein Rekord seit Start unserer Datenerfassung vor sieben Jahren", kommentiert Diana Mackay, Leiterin des Datenanbieters in London. Im Vormonat waren noch 25,8 Mrd. Euro investiert worden." Während die europäischen Börsen aufwärts tendierten, zogen sich die Anleger noch stärker als bisher aus risikoreichen Investments zurück und nahmen Gewinne mit", analysiert Mackay.

Gründe für die Verschärfung der Lage finden Fachleute genug. "Im November wurden die Größenordnungen der krisenbedingten Abschreibungen bei einigen Banken deutlicher, und in den Köpfen der Anleger setzte sich endgültig fest, dass die Probleme nicht über Nacht verschwinden werden", sagt Lars Kolbe, Vorstand von Star Capital.

Über die Auswirkungen auf das Anlageverhalten gibt es kaum Dissens in der Branche. "Am Jahresende und wenn das Umfeld undurchsichtiger wird, nehmen beispielsweise Dachfondsmanager und andere Verwalter Risiken heraus - sie senken die Aktienfondsquoten", sagt Peter Schwicht, Deutschland-Chef von JP Morgan Asset Management. Seiner Erfahrung nach wollen diese Marktteilnehmer die Wertentwicklung ihrer Depots im Kalenderjahr nicht gefährden.

Die im Zuge der US-Hypothekenkrise gewachsene Risikoscheu hatten bereits die deutschen Absatzzahlen für den genannten Monat angedeutet, wenn sie auch mit einem Minus von 0,8 Mrd. Euro im europäischen Kontext sehr moderat ausgefallen waren (Handelsblatt vom 28.12.). Als problematisch stufen Anleger insbesondere Aktien und darüber hinaus Anleihen ein. Aus den Rentenfonds wurden europaweit 10,4 Mrd. Euro abgezogen.

Passend zur allgemeinen Stimmung erreichten die Zuflüsse in die wertstabilen Geldmarktfonds ohne Beimischung von Risikopapieren 19,3 Mrd. Euro. Das konnte an der insgesamt schlechten Monatsbilanz allerdings nichts ändern: Insgesamt zogen die Anleger europaweit aus Publikumsfonds unter Einrechnung aller Anlagegruppen 25,4 Mrd. Euro ab.

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