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15.12.2014

14:44 Uhr

„Öko-Anleihen“

KfW erwartet wachsende Nachfrage

Die Förderbank KfW rechnet 2015 mit drei Milliarden Euro an „Green Bonds“. Das Emissionsvolumen wird 2015 auf 55 bis 60 Milliarden Euro taxiert. Außerdem sollen mehr Anleihen in Fremdwährungen geplant.

Ein Passant vor der Zentrale der KfW-Bankengruppe: Die staatliche Förderbank sieht den Durchbruch bei „Öko-Anleihen“. dpa

Ein Passant vor der Zentrale der KfW-Bankengruppe: Die staatliche Förderbank sieht den Durchbruch bei „Öko-Anleihen“.

FrankfurtDie staatliche Förderbank KfW sieht den Durchbruch für „Öko-Anleihen“ geschafft. „Wir werden mehr Emissionen sehen. Ich glaube, dass der Markt jetzt abheben wird“, sagte KfW-Vorstand Günther Bräunig am Montag in Frankfurt. Die Förderbank hatte im Sommer ihre beiden ersten „Green Bonds“ überhaupt begeben und war damit auf reißende Nachfrage gestoßen.

In Euro und US-Dollar sammelte sie 2,7 Milliarden Euro ein und kam damit weltweit auf Anhieb auf einen Anteil von zwölf Prozent an dem auf 22 (2013: zehn) Milliarden Euro gewachsenen Markt. Mit „Öko-Anleihen“ sollen nachhaltige Projekte etwa zum Klima- oder Umweltschutz finanziert werden.

Bräunig will das Angebot an „Green Bonds“ aber zunächst knapp halten: Auch 2015 wolle die KfW diese nur im Volumen von maximal drei Milliarden Euro begeben, allerdings auch in anderen Währungen. Parallel dazu will sie selbst rund eine Milliarde in „grüne Anleihen“ investieren. Die Staatsbank refinanziert mit den „Green Bonds“ bisher nur ihr Förderprogramm für Erneuerbare Energien, aus dem in diesem Jahr rund 4,5 Milliarden Euro an Krediten zugesagt wurden. Dabei soll es zunächst auch bleiben, wie Bräunig sagte. „Man kann sich perspektivisch vorstellen, Bonds auch für andere Themen zu emittieren.“ Insgesamt hat rund ein Drittel des Fördergeschäfts der KfW mit Umweltschutz-Themen zu tun.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Mit dem verknappten Angebot wolle die KfW auch dafür sorgen, dass Investoren für „Öko-Anleihen“ geringere Renditen akzeptierten als für gewöhnliche Papiere. Die Debüt-Emissionen waren zu vergleichbaren Konditionen begeben worden. Für die Bank sind die Kosten aber höher, weil sie die Verwendung der Mittel extern zertifizieren lässt. Bräunig erwartet, dass die Selbstverpflichtungen vieler großer Anleger für den Klimaschutz die Nachfrage beflügelt.

Die Öko-Anleihen machen aber nur einen Bruchteil der Mittel aus, die die KfW im Jahr aufnimmt. Für 2015 sind vorerst wieder 55 bis 60 Milliarden Euro eingeplant, 2014 waren es knapp 250 Transaktionen im Volumen von 55,4 Milliarden Euro. Eigentlich sollten es in diesem Jahr bis zu 70 Milliarden Euro sein, doch im Sommer hatte die KfW die Planungen gedrosselt, da unerwartet viele Kreditnehmer ihre Darlehen vorzeitig tilgten oder gar nicht erst abriefen.

Angesichts der niedrigen Zinsen begibt die KfW immer mehr Anleihen in Fremdwährungen. Im Gesamtjahr waren es 57 Prozent, in der zweiten Jahreshälfte sogar 76 Prozent. Damit habe die Bank deutlich bessere Ergebnisse erzielt, sagte Bräunig. „Wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, können wir in einem bestimmten Währungssegment auch einmal richtig Gas geben.“ Normalerweise halten sich KfW-Papiere in Euro und in anderen Währungen die Waage.

Von

rtr

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