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25.01.2011

17:11 Uhr

Offene Immobilienfonds

Dekabank sammelt deutlich weniger Geld ein

VonReuters

Die Krise der offenen Immobilienfonds hat 2010 auch vor der Dekabank nicht Halt gemacht. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen nahm mit ihren Produkten 40 Prozent weniger ein.

Zentrale der Dekabank in Frankfurt. Quelle: dpa

Zentrale der Dekabank in Frankfurt.

FrankfurtDie offenen Immobilienfonds der Dekabank haben 2010 den anhaltenden Vertrauensverlust der Privatanleger zu spüren bekommen und deutlich weniger neues Geld eingesammelt. In einem für die Branche extrem turbulenten Jahr, in dem sogar erstmals die Abwicklung von Fonds eingeleitet wurde, investierten Privatanleger zwar immer noch 1,1 Milliarden Euro. Das war allerdings ein Rückgang von gut 40 Prozent, wie die Fondsgesellschaft am Dienstag in Frankfurt mitteilte.
Dennoch steht die wohl bald komplett zu den Sparkassen gehörende Gesellschaft damit recht gut da. Denn branchenweit wurden laut Fondsverband BVI von Januar bis November gerade einmal 1,38 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds investiert. Die Commerz Real verzeichnete zum Beispiel in diesem Zeitraum Abflüsse von 1,8 Milliarden Euro.
Für 2011 prognostiziert die Dekabank auch mit Blick auf den Gesetzgebungsprozess eine deutliche Marktbereinigung. „Die Zahl der Anbieter von klassischen Retailprodukten wird sich auf eine einstellige Zahl reduzieren“, sagte Immobilienvorstand Matthias Danne. Nach BVI-Angaben bieten derzeit 19 Gesellschaften offene Immobilienfonds an.
Im Zuge der Finanzkrise hatten Profianleger plötzlich hohe Summen über Nacht abgezogen und so die Gesellschaften in Liquiditätsnöte gestürzt. Viele Fonds wurden vorübergehend geschlossen. Aktuell nehmen noch acht Fonds keine Anteile zurück. Drei Fonds von KanAm, Morgan Stanley und Aberdeen Immobilien mussten aufgeben und befinden sich derzeit in der Abwicklung. In Reaktion darauf hat die Koalition in Berlin ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Halte- und Kündigungsfristen einführen soll. Außerdem sollen Investoren erstmals ihre Anteile nicht mehr in unbegrenzter Höhe auf täglicher Basis zurückgeben können.
Außer den Investitionen gingen 2010 auch die Renditen zurück, hieß es von der DekaBank weiter. Der WestInvest InterSelect, der schwerpunktmäßig in exklusive Hotels und hochwertige Einzelhandelsflächen investiert, erreichte gerade einmal eine Wertsteigerung von 1,4 Prozent. Die anderen beiden Fonds - Deka-ImmobilienGlobal und Deka-ImmobilienEuropa - verbesserten sich noch um jeweils 2,7 Prozent. Immerhin war das etwas besser als der Branchenschnitt 2009.

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