Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2004

07:31 Uhr

Offene Immobilienfonds tragen zur Stabilität des Depots bei – Ansturm der Anleger macht Anbietern zu schaffen

Langsam, aber sicher zur Rendite

VonRainer Reichel (Handelsblatt)

Die deutsche Anleger scheinen ein Faible für Extreme zu haben. Vor vier, fünf Jahren gingen sie voll ins Risiko und pushten die Kurse der Technologie-Aktien in schwindelerregende Höhen. Als die Blase platzte, war plötzlich Sicherheit das oberste Gebot.

DÜSSELDORF. Seit 2001 pumpen die Anleger Unsummen in offene Immobilienfonds, allein in den vergangenen beiden Jahren 28,6 Milliarden Euro. Wem Sicherheit über alles geht, liegt mit der Beteiligung an einem offenen Fonds nicht falsch. Selbst mit einem Fonds wie dem iii-Fonds Nr. 1, der einen sehr geringen Anlageerfolg vorweisen kann, haben Anleger allenfalls für kurze Zeit Geld verloren. Dementsprechend sind viele offene Immobilienfonds mündelsichere Anlage, wie eine Liste des Branchenverbandes BVI zeigt (www.bvi.de). Das bedeutet, dass die Fonds den risikoarmen Wertpapieren von Bund, Ländern und Gemeinden gleichgestellt sind, so dass ein Vormund Geld seines Mündels darin investieren darf.

Der Blick auf die Renditen der Fonds scheint eine alte Weisheit zu bestätigen: sichere Anlagen werfen wenig ab. Doch zum Renditeverfall haben die Anleger selbst beigetragen. Sie überschwemmten die Fonds mit Geld, das diese gar nicht so schnell in Immobilien investieren konnten. Zeitweise hatten einige Fonds fast die Hälfte ihres Vermögens in niedrig verzinsten Termineinlagen und kurzfristigen Rentenpapieren geparkt. Der Fondsanalyst Stefan Loipfinger sieht allenfalls Liquiditätsquoten von 20 bis 25 Prozent als gesund an.

Hinzu kommt, dass die Fonds wie alle Immobilienunternehmen mit der in vielen Ländern, vor allem aber in Deutschland, geringen Nachfrage nach Büroraum zu kämpfen haben. Das trifft sie umso mehr, als das Anlegergeld überwiegend in Bürogebäuden steckt. Inzwischen weisen einige Fonds Leerstandsraten um zehn Prozent aus. Beim Hansaimmobilia sind es 10,8 Prozent, rund 30 Prozent der Mietverträge stehen bis Ende 2006 zur Verlängerung an. Ralph Petersdorff, Portfoliomanager des Fonds, setzt dem jüngste Vermietungserfolge entgegen: „Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Hansaimmobilia gegen den Markttrend mit Vermietungsabschlüssen von rund 43 500 Quadratmetern die höchste Vermietungsleistung seit dem Bestehen unseres Fonds realisiert.“ Für Analyst Loipfinger sind dagegen Leerstände von mehr als fünf Prozent problematisch und bei einer Quote von mehr als zehn Prozent ein Grund, die Anteile zu verkaufen. Willi Alda, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deka Immobilien Investment beschwichtigt: „Bei Leerständen von zehn Prozent wird man in anderen Ländern überhaupt nicht neurotisch.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×