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11.03.2013

10:19 Uhr

Passive Anlageprodukte

Deutsche Bank hat mit ETF-Sparte Großkunden im Visier

Die ETF-Sparte der Deutschen Bank will mehr institutionelle Kunden hinzugewinnen. Für die Großkunden werden hierfür spezielle, individuelle Portfolios zugeschnitten.

Im Bereich der passiven Investmentprodukte, zu denen neben ETFs auch ETCs (Exchange Traded Commodities) sowie Optionsscheine gehören, arbeiten bei der Deutschen Bank weltweit rund 100 Mitarbeiter. AFP

Im Bereich der passiven Investmentprodukte, zu denen neben ETFs auch ETCs (Exchange Traded Commodities) sowie Optionsscheine gehören, arbeiten bei der Deutschen Bank weltweit rund 100 Mitarbeiter.

FrankfurtDie ETF-Mannschaft der Deutschen Bank will mit der engeren Anbindung an die Vermögensverwaltung noch mehr professionelle Anleger gewinnen. „Die institutionellen Kunden sind unsere Hauptzielgruppe", sagte Reinhard Bellet in einem am Montag veröffentlichten Reuters-Interview.

Bellet leitet das Geschäft mit passiven Anlageprodukten innerhalb der neu formierten Sparte Asset and Wealth Management (AWM) bei der Deutschen Bank. „Die großen Kunden wollen keine ETFs von der Stange, sondern speziell zugeschnittene passive Portfolios." Auch reiche Privatkunden könnten stärker angesprochen werden als bislang.

Erfolgsgeschichte ETF

1000 ETFs

In nun zwölf Jahren ist die Anzahl der auf Xetra gelisteten, börsengehandelten Indexfonds auf mehr als 1000 gestiegen. Fünf ETFs von db X-trackers der Deutschen Bank, die an Indizes mit Aktien aus Bangladesch, Pakistan, den Philippinen, Singapur und Japan gekoppelt sind, haben am 22. August 2012 die 1.000er-Marke gerissen.

Verwaltetes Vermögen

Rund 180 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen ist in Aktien-, Renten- und Rohstoff-ETFs investiert. (Stand: 22. August 2012)

Aktien-ETFs

Die Mehrheit der ETFs bildet Aktienindizes aus 48 unterschiedlichen Länder und Regionen, 26 Branchen sowie zu neun verschieden Themen ab.

Renten-ETFs

218 Indexfonds ermöglichen Zugang zu Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder dem Geldmarkt.

Währungen und Rohstoffe

Im größten Produktangebot Europas findet der Anleger auch ETFs, die Rohstoffindizes, Hedge-Fonds, Volatilität und Währungen abbilden.

Die Deutsche Bank stellt ihre Vermögensverwaltung gerade komplett neu auf: Das Geschäft mit aktiv gemanagten Fonds und passiven Produkten wie ETFs und Zertifikaten wird jetzt aus einer Hand angeboten und bedient gleichermaßen Kleinsparer, vermögende Privatleute und institutionelle Kunden. Die Marke db x-trackers mit ihren börsennotierten Indexfonds (ETFs) wurde dazu vom Investmentbanking abgetrennt und an AWM angedockt, wo neuerdings ebenfalls ein Investmentbanker das Sagen hat: Michele Faissola. Er muss die schwächelnde Vermögensverwaltung, die bislang kaum Gewinne abwirft, bis 2015 auf Vordermann bringen.

Strategie-ETFs

Dividenden

Mit dieser Strategie setzen Anleger auf Papiere mit hoher Ausschüttungsrendite. Dem liegt die Meinung zugrunde, dass sich Titel mit einer hohen Dividendenrendite langfristig besser entwickeln.

Hebel oder Leverage

Risikobereite Anleger können mit Hebelpapieren etwa auf den LevDax Gewinne – aber auch Verluste – verdoppeln. Denn der Investor partizipiert mit einem Hebel von zwei an der Entwicklung des Dax.

Short

Wer „short“ geht, setzt auf fallende Kurse. Diese ETFs bilden die Entwicklung eines Index spiegelverkehrt ab. Fällt der Dax um drei Prozent, steigt der ShortDax entsprechend um drei Prozent.

Value

Der klassische Value-Investor sucht nach Unternehmen, die an der Börse günstig bewertet sind. Die entscheidenden Zahlen sind für ihn das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite.

Growth

Bei der Suche nach Wachstumswerten sind im Gegensatz zur Value-Strategie Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der erwartete Gewinn je Aktie wichtig.

Fundamental

ETFs, die auf die sogenannte Fundamentalstrategie setzen, erkennen Anleger am Zusatz „Rafi“. Die Gewichtung der im Rafi-Index enthaltenen Unternehmen erfolgt  nicht, wie sonst üblich, aufgrund deren Marktkapitalisierung, sondern nach quantativen Regeln. Dazu zählen der Fünfjahres-Durchschnitt der fundamentalen Kriterien Buchwert, Erlöse, Cash-Flow und Dividendenzahlungen.

„Wir sind jetzt mit der Struktur unseres passiven Geschäfts wie Blackrock aufgestellt", sagte Bellet. Die US-Firma Blackrock ist der größte Vermögensverwalter der Welt und in Europa mit deutlichem Abstand vor der Deutschen Bank Nummer Eins im ETF-Geschäft. Die Amerikaner entdeckten lange vor allen anderen das boomende Geschäft mit Indexfonds, die preisgünstiger sind als aktiv gemanagte Fonds, weil sie Indizes meist eins zu eins abbilden.

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