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09.01.2007

12:17 Uhr

Performance-Treiber 2006

Schwellenländer-Mix bringt ABN Amro Erfolg

VonGastautor: Andreas Scholz, Der Fonds

Die Antworten von Raphael Kassin, Manager des ABN Amro Global Emerging Market Bond Fund, kommen knapp und selten im ganzen Satz. „Argentinien, Venezuela, Indonesien und Philippinen“, lautet seine Antwort auf die Frage nach den Performance-Treibern des Jahres 2006.

HAMBURG. Kassin kann es sich leisten, kurz angebunden zu sein. Die auf Euro lautende Tranche seines Fonds führt seit Monaten mit großem Abstand die Rangliste der in Schwellenländern anlegenden Rentenfonds an. In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Anteilspreis um 23,67 Prozent, während der Durchschnitt der Vergleichsgruppe lediglich 2,10 Prozent erreichte (siehe Tabelle).

Kassins Markenzeichen: die unorthodoxe und an keinem Vergleichsindex orientierte Länderauswahl. Derzeit machen die vier oben genannten Länder rund die Hälfte des Fondsvermögens aus. Ein weiteres Drittel des Fondsvermögens hält der ABN-Amro-Manager derzeit in bar. Um Pulver trocken zu halten für eventuelle Rückschläge? Das möchte Kassin jedoch nicht kommentieren.

Doch nicht nur die richtige Länderauswahl brachte den ABN-Experten Kassin auf die Siegerstraße. Als mindestens ebenso ertragssteigernd erwies sich seine Entscheidung, sich nahezu ganz auf Hartwährungsanleihen zu konzentrieren, statt auf lokale Währungen zu setzen.

Eine Möglichkeit, die in den Anlagebedingungen des Julius Bär Local Emerging Bond Fund nicht vorgesehen ist. Deshalb verbuchte das Schlusslicht der Kategorie in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus von 6,05 Prozent. „Verluste gab es vor allem bei Anleihen in indonesischen Rupien, türkischen Lira und brasilianischen Real“, sagt Ralph M. Gasser, Produktspezialist für Rentenfonds bei Julius Bär. Insbesondere die Währungsverluste konnten bislang nicht aufgeholt werden.

Doch im neuen Jahr soll alles besser werden. „Wir erwarten für 2007 eine Gesamtrendite im Rahmen von acht bis zehn Prozent“, berichtet Gasser. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die US-Wirtschaft keine harte Landung hinlege und das weltweite Zinsgefüge deshalb stabil bleibe. Zudem sollten sich die Volkswirtschaften der Schwellenländer weiter überdurchschnittlich entwickeln und keine nachhaltigen Preiskorrekturen bei Aktien und Rohstoffen einsetzen.

Beim Finanzdienstleistungsinstitut SJB-Fonds-Skyline ist man etwas vorsichtiger. Geschäftsführer Gerd Bennewirtz findet zwar lokale Schwellenländeranleihen „auf Sicht von drei Jahren interessant“, doch der richtige Einstiegszeitpunkt ist seiner Meinung nach noch nicht gekommen. Bennewirtz bevorzugt derzeit die Aktien der Schwellenländer. Eine Umschichtung sei erst dann sinnvoll, wenn die Aktienmärkte überhitzt erscheinen. Dies sei aber noch nicht der Fall.

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