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29.10.2014

16:20 Uhr

Pimco und Blackstone

Vermögensverwalter setzen auf Hochzinsanleihen

Fast zwei Jahre lang machte der sogenannte Hochzins-Markt seinem Namen eigentlich keine Ehre. Doch nun sind die Renditen der Junkbonds gestiegen. Wo die weltgrößten Anleihefonds-Verwalter zugreifen.

Auf der Jagd nach Zinsen: Vermögensverwalter setzen wieder auf Hochzinsanleihen. dpa

Auf der Jagd nach Zinsen: Vermögensverwalter setzen wieder auf Hochzinsanleihen.

Der Markt für Hochzinsanleihen gewinnt wieder an der Attraktivität. Anleihe-Investoren wie die Fondsgesellschaft Pacific Investment Management (Pimco) und der Vermögensverwalter Blackstone Group sind auf dem Sprung, zuzuschlagen. Dafür haben sie in den letzten drei Jahren hohe liquide Mittel angehäuft.

„Credit ist jetzt ein Kauf, insbesondere Hochzinsanleihen und Kredite“, sagte Mark Kiesel, einer der drei Fondsmanager, die bei Pimco den Total Return Fund im Volumen von 202 Milliarden Dollar betreuen, im Interview mit Bloomberg Television.

Bei Blackstone erklärte Vorstandschef Stephen Schwarzman den Investoren zuletzt, die Kreditsparte der Gesellschaft mit einem Anlagevolumen von 70,2 Milliarden Dollar stehe bereit, längerfristige Anleihen mit niedrigerer Bonität, insbesondere in Europa zu kaufen – nachdem geduldig darauf gewartet worden sei, dass etwas passiert.

Steuerpflichtige Investmentfonds, die in Unternehmensanleihen investieren, haben laut Investment Company Institute den Anteil der baren Mittel und anderer hoch liquider Anlagen in ihren Portfolios im August auf 8,5 Prozent des Gesamtvolumen von 1,96 Billionen Dollar hochgefahren. Das ist der höchste Anteil seit November 2011. Zum Vergleich: Das Dreijahrestief im April 2013 lag bei 4,9 Prozent.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Indem sie bare Mittel angehäuft oder Geld in rasch zu veräußernden Anleihen wie etwa amerikanische Staatsanleihen parkten, erhielten sich Fondsmanager die Flexibilität, schnell umschichten und Wertpapiere mit Abschlägen kaufen zu können.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.10.2014, 16:51 Uhr

Kein Wunder, denn nachdem die EZB auch dafür eine faktische Ankaufsgarantie mit automatischer Risikoübernahme zu Lasten des europäischen Steuerzahlers öffentlich erklärte - und damit Montag auch schon begonnen hat -, eröffnet sich ein weiteres Feld idiotisch-leichter Geldmacherei für die üblichen Verdächtigen.

Due Steuerzahler unterm Euro freuen sich derweil darauf, all die Billionenrisiken aus ihrem eigenen Sparstrumpf zahlen zu dürfen, wenn sie sich erwartungsgemäß realisieren werden.

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