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08.08.2013

17:09 Uhr

Pimco und der Anleihemarkt

Bill Gross zieht in den Krieg

Die Kunden sind Bill Gross zuletzt in Scharen davongelaufen. Der Starfondsmanager räumt jetzt Fehler ein. Aber er verlangt von den Anlegern zugleich mehr Durchhaltevermögen. Er werde den „Krieg“ gewinnen.

Bill Gross kann seine Freizeit im Moment nicht genießen. Reuters

Bill Gross kann seine Freizeit im Moment nicht genießen.

New YorkDas zuletzt glücklos agierende Investmenthaus Pimco geht in die Offensive und fordert die Anleger zum Durchhalten auf dem Anleihemarkt auf. „Bleiben Sie Pimco treu, wir werden diesen Krieg gewinnen“, schrieb Fondsmanager Bill Gross am Donnerstag in seinem monatlichen Brief an die Investorenschar. Mit Anleihen lasse sich nach wie vor Geld verdienen, wenn man es richtig anstelle. Lange Laufzeiten seien im Niedrigzinsumfeld keine Option. Vielmehr müssten die Volatilität am Markt und verschiedene Währungen clever ausgespielt werden.

Gross hat allen Grund, den Anlegern gut zuzureden. Aus seinem Flaggschiff-Fonds Total Return - mit einem verwalteten Vermögen von 262 Milliarden Dollar der größte Anleihefonds der Welt - zogen die Kunden im Mai, Juni und Juli insgesamt über 18 Milliarden Dollar ab, wie das Analysehaus Morningstar errechnet hat. Das warf auch einen Schatten auf die Halbjahresbilanz der Pimco-Mutter Allianz. Die Vermögensverwaltung hat sich für den Versicherer in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Standbein gemausert. Doch nun befürchten etliche Analysten, das Wachstum in der Sparte könne sich abschwächen.

Bill Gross: Bondkönig unter Wasser

Bill Gross

Bondkönig unter Wasser

Der Einbruch an den Anleihemärkten fordert ein prominentes Opfer: Bill Gross. Der berühmte Investor, genannt „Bondkönig“, hat die Rechnung ohne die Fed gemacht. Er verliert Milliarden. Droht ihm jetzt der Untergang?

Wohl und Wehe von Pimco hängt am US-Anleihemarkt, der zuletzt wegen der Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed unberechenbar geworden ist. Gross hatte eigentlich auf steigende Kurse von US-Staatsanleihen gewettet - doch Fed-Chef Ben Bernanke machte ihm mit Hinweisen auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik einen Strich durch die Rechnung und löste kurzzeitig einen Ausverkauf am Bond-Markt aus: Die Kurse fielen, die Renditen stiegen. Denn wenn die Notenbank ihre massiven Anleihekäufe zurückfährt, fällt ein wichtiger Spieler auf dem Markt aus. Weil Gross daneben lag, hat der Total Return im bisherigen Jahresverlauf eingebüßt.

Der 69-jährige Gross räumte das schlechte Abschneiden seines Fonds ein und erklärte, die „strategische Umsetzung“ im Mai und Juni sei mit Recht öffentlich getadelt worden. Manager von Anleihefonds müssten sich an ein Zeitalter geringerer Erträge im Festverzinslichen-Bereich anpassen, indem sie flexibel seien und „beschränkungsfreie“ Strategien verfolgten, die die Investoren vor Verlusten schützen, so Gross. „Beschränkungsfreie Strategien, alternative Anlagen und Aktien werden flexible Möglichkeiten in einem dynamischen zukünftigen Umfeld sein“, schrieb Gross. „Wir wollen diese Anlagen weiterhin für Sie verwalten. Aber geben Sie die Bonds noch nicht auf.“

Kommentare (1)

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Roothom

08.08.2013, 23:25 Uhr

"Gross hatte eigentlich auf steigende Kurse von US-Staatsanleihen gewettet " - wer bei diesem zinsniveau noch immer auf steigende anleihekurse setzt, wird frueher oder spaeter ein boeses erwachen haben...

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