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23.01.2007

14:02 Uhr

Portfolios mit hohem Deutschland-Anteil führen die Rangliste an

Viele globale Aktienfonds kleben am Index

Für die meisten global anlegenden Aktienfonds war 2006 ein eher unspektakuläres Jahr. Der maßgebliche Vergleichsindex MSCI World legte um rund acht Prozent zu, prominente und von vielen Anlegern genutzte Schwergewichte wie Templeton Growth, DWS Vermögensbildungsfonds I oder Uniglobal schnitten marginal besser ab. Doch es ging auch anders:

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HAMBURG. Mit einem Wertzuwachs von 33,98 Prozent ließ der erst im November 2005 aufgelegte Uni Favorit Aktien von Union Investment den Index und das Gros der Wettbewerber um Längen hinter sich (Tabelle).

Das Ergebnis ist umso erstaunlicher, als der Manager des Fonds, Olgerd Eichler, auch für den großen Uniglobal verantwortlich zeichnet, der nur eine Rendite von gut acht Prozent erzielte. "Mit dem Uni Favorit Aktien orientieren wir uns an keinem Index, sondern wir investieren weltweit in die besten Ideen", erläutert Eichler.

Folglich unterscheidet sich die Zusammensetzung der beiden Fonds grundlegend voneinander: Im Uniglobal etwa kommen US-Aktien auf einen Anteil von 33 Prozent und deutsche Titel auf elf Prozent, im Uni Favorit Aktien ist das Verhältnis umgekehrt. Den hohen Deutschland-Anteil führt Eichler allerdings weniger auf die im Vergleich zu den USA höhere Anzahl günstig bewerteter Firmen zurück, sondern vielmehr auf den Standortvorteil: "Weil wir in Frankfurt näher am Markt sind, finden wir hier mehr Ideen."

Ein weiteres Plus sieht der Union-Manager in der noch überschaubaren Größe des Fonds. "Dadurch können wir aussichtsreiche, aber eher marktenge Titel wie Krones oder AWD deutlich höher gewichten." Insgesamt hält Eichler im Uni Favorit Aktien 60 bis 100 verschiedene Werte, im Uniglobal sind es mehr als 200. Den aktuell hohen Anteil an Finanzwerten erklärt er mit seiner Vorliebe für Vermögensverwalter und Börsenbetreiber, Telekom - und Pharmawerte spielen dagegen wie 2006 keine Rolle.

Noch stärker als beim Jahressieger Uni Favorit Aktien beeinflusst der Deutschland-Anteil die Wertentwicklung beim auf RWS-Aktienfonds Veritas auf Rang zwei. Mindestens 51 Prozent seien bei diesem Fonds Bedingung, erläutert Fondsberater Michael Broszeit von Lingohr & Partner. Deshalb hält er die aktuelle Platzierung für wenig aussagekräftig, zumal sich das Konzept im Laufe des Jahres ändern wird: Vom 1. September an sollen europäische Titel den Schwerpunkt bilden.

Ähnlich wie Eichler sucht auch Broszeit nach unterbewerteten Aktien, deren Auswahl weitgehend nach einem mathematischen Modell erfolgt. In welche Richtung sich die Börsen kurzfristig bewegen, steht dabei nicht im Vordergrund.

Thomas Wilkens, Das Investment

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