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13.06.2013

09:44 Uhr

Preiseinbruch

Hedge-Fonds lassen Gold links liegen

Gold wird immer unbeliebter - zumindest auf dem Papier. Zahlreiche Hedge-Fonds trennen sich von goldunterlegten börsengehandelten Produkten. Physisches Gold findet hingegen weiterhin zahlreiche Abnehmer.

Hedgefonds verkaufen ihre Goldpapiere. Physisches Gold, zu dem Goldbarren zählen, erfreuen sich aber weiterhin an einer großen Nachfrage. Reuters

Hedgefonds verkaufen ihre Goldpapiere. Physisches Gold, zu dem Goldbarren zählen, erfreuen sich aber weiterhin an einer großen Nachfrage.

Der Preiseinbruch bei Gold hat dazu geführt, dass die Zahl der Hedge-Fonds, die in Gold investieren, gesunken ist. Zugleich ist ihr Vermögen durch Verluste und Abflüsse in diesem Jahr um 31 Prozent abgeschmolzen.

Gab es im Dezember weltweit noch 310 Gold-Hedge-Fonds, waren es im Mai nur noch 290 - die geringste Zahl seit 2010, wie Farhan Mumtaz, Analyst bei der Analysegesellschaft Eureka Hedge in Singapur, in einem Interview mit Bloomberg News sagte. Das Vermögen der Hedge-Fonds sank in dem Zeitraum von 32,1 Milliarden auf 22,2 Milliarden Dollar.

Die schlechtere Performance aufgrund von Volatilität und Kapitalabflüssen führte dazu, dass die Gold-Hedge-Fonds entweder schließen oder die Anlagestrategie änderten, erläuterte Mumtaz. Eureka Hedge beobachtet nach seinen Angaben Gold-Hedge-Fonds bereits seit zehn Jahren.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Nach einer zwölfjährigen Phase jährlich steigender Preise ist Gold im April in einen Bärenmarkt gefallen. Die Rally an den US-Aktienbörsen, angeheizt durch eine sich bessernde Konjunktur in den USA, untergrub das Vertrauen der Investoren in Gold als Anlage für den Werterhalt ihres Vermögens.

Der Preisrutsch bei Gold hat dazu geführt, dass der Absatz von Münzen und Schmuck gestiegen ist. Zugleich haben Investoren Anteile an goldunterlegten börsengehandelten Produkten (ETP) in Rekordtempo verkauft. Laut einer Prognose der Credit Suisse Group AG dürfte der Goldpreis binnen eines Jahres auf 1.000 Dollar je Unze fallen.

Kommentare (18)

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maddind

13.06.2013, 11:19 Uhr

"dass wegen der Äußerungen von Draghi der Euro nicht kollabieren wird"

der Euro bleibt stabil aufgund einiger von einem menschen gesprochener worte? ist das verbalvoodoo?

Account gelöscht!

13.06.2013, 11:37 Uhr

Warum die Hedgefonds aus den Goldfonds aussteigen und viele noch aussteigen werden hat ganz einfach den Grund, daß auch der letzte Hedge Fond Manager inzwischen mitbekommen hat, daß die Gold ETFs gehebelt sind und somit nur zu ca. 15-20% mit physischem gold hinterlegt sind. Im Extremfall würde dies zu einem fast Totalausfall führen und das kann sich kein Hedge Fond leisten.
Dieser starke ausstieg der Hedgefonds aus dem Papiergold führt auch zu sinkenden Goldpreisen, obwohl die pysische Nachfrage weiterhin sehr hoch ist und hierdurch die Preise eigentlich steigen müssten. Das Thema Gold wird spannend bleiben!!!

Account gelöscht!

13.06.2013, 11:38 Uhr

"Wer Gold als sicheren Hafen gekauft hat, sollte verkaufen!"

-> liebe HB-Redaktion, diesen Satz werde ich mir mit Link merken, damit ich ihn Euch später immer wieder um die Ohren hauen kann. Eine sogenannte Wirtschaftszeitung, die einen solchen Blödsinn publiziert ("verkauft Eure finanzielle Brandversicherung"), muß schon äußerst ahnungslos oder ferngesteuert sein. Das ist quasi fahrlässige potentielle Vermögensverletzung Eurer Leser.

In dem Zusammenhang würde mich interessieren, ob Ihr diese Art Artikel ferngesteuert aus der Zentralen-Informations-Bank (Reuters und Ableger) bekommt, oder ob ihr selbst für diesen Inhalt verantwortlich seid.
Diese Frage hat rein praktische Gründe. Seid ihr nur "Content"-Abnehmer der zentralen Informationgleichschaltung, dann ist klar, daß bald der finale Angriff auf den Goldpreis ansteht. Ist es Euer eigenes Gedanken-Schlecht, dann kann man ihn getrost ignorieren. Also, bitte, beantwortet diese essentielle Frage - Ihr helft mir damit enorm.

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