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20.01.2011

14:45 Uhr

Profi-Prognosen

„Wir stehen vor einem Jahrzehnt der Aktie“

VonAnke Rezmer

ExklusivMit der Wahl des richtigen Fonds konnte man im vergangenen Jahr bis zu 90 Prozent Wertzuwachs erzielen. Und die Anlageprofis, die 2010 die höchsten Renditen erwirtschaftet haben, rechnen mit weiter steigenden Aktienkursen - in diesem Jahr und darüber hinaus.

Aktien stehen hoch im Kurs, vor allem Nebenwerte. Quelle: dpa

Aktien stehen hoch im Kurs, vor allem Nebenwerte.

FRANKFURT . Mut zum Anlagerisiko wurde 2010 belohnt. Wer auf die vergleichsweise stark schwankenden Fonds mit kleinen Aktien setzte, hat gut verdient. Und zwar überdurchschnittlich gut. Denn im Schnitt legten Aktien 2010 weltweit um gut zwölf Prozent zu, Anleihen nur etwa halb so viel. Wer auf die richtigen Investmentfonds setzte, konnte zwischen 40 und 90 Prozent einstreichen. Dies ergibt die exklusive Fondsbilanz 2010 des Analysehauses Feri Eurorating für das Handelsblatt. Das Rennen machten Fonds, die die Trends des vergangenen Jahres richtig umsetzten: Rohstoffe, Konjunkturaufschwung, Schwellenländer.

"Die Fondsbilanz zeigt ein klassisches Bild", resümiert Christian Michel, Teamleiter Fondsresearch bei Feri Eurorating. Ganz oben stünden die heißesten Anlagen, also die chancen-, aber auch risikoreichsten Fonds, weiter unten werde es dann ruhiger. Für die Fondsbilanz hat Feri 4 801 Publikumsfonds in- und ausländischer Anbieter aus den wichtigsten 36 Fondsgruppen ausgewertet, die vor allem für private Anleger aufgelegt werden.

Den größten Teil ihres neuen Anlagekapitals steckten Privatanleger allerdings in Mischfonds, wie der Fondsverband ermittelte. Mit weltweit anlegenden Mischfonds mit flexibler Aktienquote strichen sie damit immerhin einen mittleren Ertrag von knapp einem Fünftel ein. Inzwischen kaufen auch Anleger wieder mehr Aktienfonds, allerdings stammt der Großteil neuen Geldes von professionellen Investoren.

Reale Vermögenswerte gefragt

Die Fondsmanager erwarten ein weiteres gutes Aktienjahr. Whitney George, Chef-Stratege von Royce & Associates, Tochter des US-Vermögensverwalters Legg Mason, spricht sogar von einer "positiven Dekade für Aktien". George hat im besten weltweit anlegenden Nebenwerteaktienfonds zuletzt vor allem europäische und asiatische Firmen gekauft. In Asien hält er besonders Gesundheits- und Konsumtitel für preisgünstig. In Europa bevorzugt er exportstarke Firmen aus dem Norden wie Maschinenbauer aus Deutschland oder Energiefirmen aus Skandinavien. Den Wertzuwachs von knapp 41 Prozent 2010 schaffte der "Global Smaller Companies Fund" mit Rohstoff-, Technologie- und Industrietiteln.

Kommentare (7)

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Weltenbummlerin

20.01.2011, 16:24 Uhr

Na dann benötigt Deutschland keine ingenieure mehr. Ein Hoch auf das Jahrzehnt für bWL und Finanzdienstleistung. Fachkräfte verlaßt Deutschland, bevor ihr in die Tonne getreten werdet.

Siggi40

20.01.2011, 16:30 Uhr

+++ Profi Prognosen +++
Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro.
80% der Tarp-Gelder wurden nicht wie vertraglich vereinbart für Kredite an die Wirtschaft verwendet, um einen Aufschwung einzuleiten, sondern zum Puschen der börsen und im Eigenhandel.

Die börsen haben schon lange nichts mehr mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Realwirtschaft zu tun. Sie sind ausschließlich zum Spielcasino verkommen und von den unendlichen Milliarden der Zentralbanken liquiditätsgetrieben!

Mehrere Zentralbanken der industrieländer beenden die lockere Geldpolitik und erhöhen schon die Zinsen, (China 2x im Dezember). Das ist Gift für Aktien! Die Empfehlung, jetzt Aktien zu kaufen, ist mehr als verantwortungslos. Nicht Mut zum Anlegerisiko ist erforderlich, sondern Mut zum Totalverlust.

in den letzten 2 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 bio. $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um das Armageddon hinauszuschieben. Jetzt sind die Retter pleite. Nachschub ist nicht in Sicht, um die börsen weiter manipulieren zu können. Was sagt uns das, wenn man dem Süchtigen kein weiteres Heroin verabreicht?

Die derzeitige Lage ist um ein Vielfaches gefährlicher, als noch vor 2 Jahren und 1929. Damals stürzten die Akten nur um 70% ab. bei der heutigen im Umlauf befindlichen Geldmenge könnte es locker ein Totalverlust werden.

+++ Mein Rat +++
Warum nicht jetzt in diesen absolut unsicheren Zeiten, wo fast jeden Tag ein Staat pleite geht, sein Geld in Edelmetalle und Rohstoffe anlegen, und dann, nach dem großen Crash, der mit 30 bio. $ nur hinausgeschoben wurde, Aktien von Firmen kaufen, die den Crash überlebt und gute Aussichten haben. So wird da ein Schuh daraus.

Paul

20.01.2011, 16:35 Uhr

@ 1 Weltenbummlerin: Was hat dieser beitrag, bzw. die Aussage dessen mit ingenieuren bzw. dem Fachkräftemangel zu tun?

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