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25.11.2011

15:16 Uhr

Qualitätsdebatte

Die wunden Punkte der Fondsbranche

VonJessica Schwarzer

Einer der Top-Vermögensverwalter hat einen Nerv getroffen: Ralf Lochmüller von Lupus Alpha wirft der eigenen Branche Qualitätsmängel vor, fordert ein Umdenken. Wie andere Fondsmanager reagieren.

Die Skyline von Frankfurt im Sonnenaufgang. ap

Die Skyline von Frankfurt im Sonnenaufgang.

DüsseldorfDas Vertrauen verspielt, die Produkte zu schlecht, die Innovation zu schnell auf den Markt gebracht – im Interview mit Handelsblatt.com ist Ralf Lochmüller hart mit der eigenen Branche ins Gericht gegangenen. Der Partner des Vermögensverwalters Lupus Alpha ist ein Freund klarer Worte. Das kommt an – nicht nur bei den Anlegern, sondern auch bei jenen, die für die kritisierten Fonds verantwortlich sind.

Einer, der es ähnlich sieht wie Ralf Lochmüller, ist Peter Schwicht. „Ja, wir müssen das Vertrauen, dass uns unsere Partner und Anleger entgegenbringen, immer wieder neu erarbeiten“, sagt der Deutschland-Chef von JP Morgan Asset Management. „Ja, wir müssen unsere Produktqualität immer wieder auf den Prüfstand stellen und dafür Sorge tragen, unseren Anlegern eine hohe Qualität zu liefern.“ Und dann noch: „Ja, wir müssen besser werden.“

Anleger zogen zuletzt die Reißleine und kehrten den Produkten den Rücken: Im September flossen aus Publikumsfonds knapp 2,8 Milliarden Euro ab. Vor allem aus weltweit investierenden Fonds verabschiedeten sich die Investoren, wie die Statistik des Fondsverbands BVI zeigt.

Experte im Interview: „Die Fondsbranche hat viel Vertrauen verloren“

Experte im Interview

„Die Fondsbranche hat viel Vertrauen verloren“

Unrealistische Versprechungen, wenige Innovationen - die Fondsbranche hat viele hausgemachte Probleme. Ralf Lochmüller vom Vermögensverwalter Lupus Alpha findet deutliche Worte und fordert eine „Teststrecke für Fonds“.

Lochmüller stoße „in einen wunden Punkt“, bestätigt auch Max Otte. Es sei schon seit Jahrzehnten bekannt, dass die Fonds in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht einmal den Vergleichsindex schlagen würden. „In der Finanzkrise sah es noch schlechter aus“, sagt der Bestseller-Autor und Fondsmanager. „Es ist also dringend eine Verbesserung nötig.“

Die entsprechenden Vorschläge hatte Lochmüller im Interview gleich mitgeliefert. Sein Weg aus der Krise: Eine Qualitätsoffensive müsse her und „made in Germany“ auch im Asset Management gelten. Seine konkreten Vorschläge: eine Teststrecke für Fonds, Forschungs- und Entwicklungsbudgets wie in der Industrie und eine Selbstverpflichtung der Manager, in die eigenen Produkte zu investieren.

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