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13.10.2011

22:58 Uhr

Raj Rajaratnam

Hedgefonds-Manager erhält wegen Insiderhandels elf Jahre Haft

Der größte Fall von Insiderhandel an der Wall Street endet mit einer Rekord-Gefängnisstrafe: Der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam muss für elf Jahre hinter Gitter.

Der Fiananz-Manager Raj Rajaratnam muss ins Gefängnis. AFP

Der Fiananz-Manager Raj Rajaratnam muss ins Gefängnis.

New YorkDies ist eine Warnung an alle Verbrecher in Nadelstreifen: Wegen verbotenen Insiderhandels muss die Wall-Street-Größe Raj Rajaratnam für elf Jahre ins Gefängnis. Es handelt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um die längste Haftstrafe, die jemals wegen Insiderhandels verhängt wurde. Der New Yorker Bezirksrichter Richard Holwell verkündete das Strafmaß am Donnerstag. Rajaratnams Taten seien ein „Angriff auf den freien Markt“ gewesen, sagte er.

Der Hedgefonds-Manager war im Mai von Geschworenen für schuldig befunden worden, im großen Stil illegale Aktiengeschäfte getätigt zu haben. Demnach hatten Tippgeber ihm mehrfach Interna aus börsennotierten Unternehmen verraten. Mit diesem Wissen, so befand die Jury damals, habe Rajaratnam dann an der Börse spekuliert und Millionenprofite eingestrichen. „Noch vor zwei Jahren stand Raj Rajaratnam an der Spitze der Wall Street“, sagte US-Bundesstaatsanwalt Preet Bahara nach der Urteilsverkündung. Der Fall sei hoffentlich ein Weckruf für alle Wirtschaftskriminellen. „Befolgt das Gesetz, oder Euch steht das gleiche Schicksal bevor wie jenen, die es gebrochen haben“, mahnte Bahara. Der Ankläger hatte sogar mehr als 24 Jahre Haft gefordert, doch mit Rücksicht auf Rajaratnams angeschlagene Gesundheit - er hat Diabetes - sah Bezirksrichter Richard Holwell davon ab.

Rajaratnam, der seine Schuld bis zuletzt vehement bestritt und momentan auf freiem Fuß ist, muss sich in anderthalb Monaten an der Gefängnispforte melden. Mit Rajaratnam, dem milliardenschweren Gründer des Hedgefonds Galleon, war ein ganzes Insider-Netzwerk aufgeflogen - die Wall Street war geschockt. Mehrere weitere Personen wurden bereits verurteilt. Der Fall hatte dazu geführt, dass Insiderhandel schärfer verfolgt wurde. Zusätzlich zur Haft muss Rajaratnam eine Geldstrafe von 10 Millionen Dollar zahlen und Gewinne aus den krummen Geschäften abgeben, was weitere 53,8 Millionen Dollar macht.

Kommentare (2)

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lowabras

13.10.2011, 23:51 Uhr

Pech, da hat er einen falschen zeitpunkt erwischt. Vor ein paar Jahren noch, wäre das ganze still und heimlich auf eine geringe Bewährungsstrafe hinaus gelaufen.
Doch im Zusammenhang mit den immer umfassenderen Enthüllungen über diese Banksterbande, wobei wir nur über die Spitze des Eisberges informiert sind, hat sich doch tatsächlich ein Richter gefunden, dem diese ganzen Vorgänge offensichtlich auch suspekt geworden sind. Die Topbankster haben allerdings mit diesem Rädchen in ihrem Getriebe ein sog. Bauernopfer gebracht. Die wirklichen Strippenzieher der Politmarionetten blieben und bleiben für immer ungeschoren.
Weitere Enthüllungen hier: Betrugsmodell Finanzsystem, hier: http://steuerembargo.co.de/news.html<br/>

Account gelöscht!

14.10.2011, 03:42 Uhr

Mehr als ein Bauernopfer ist dies nicht - sehe ich auch so. Wer so lange agierte und Unmengen von Geld anhaeufen konnte, der hatte viele Helfer. Aber was sind schon 11 Jahre, was wird davon tatsaechlich abgesessen und wieviel Geld hat man dennoch verdient? Sicherlich mehr als ich in 11 Jahren, wobei ich fuer Kost und Quartier selber aufkommen muss ;-)

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