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31.01.2006

12:16 Uhr

Reits

Immobilien-Trusts sind in Frankreich eine beliebte Anlageform

VonHolger Alich

Frankreich hat mit einer Änderung der Steuerregeln den französischen Immobilien-Trusts (Reits) einen Schub verliehen. Seit dem Jahr 2003 ist eine Société Immobilière d’Investissement (SIIC) – so heißen die französischen börsennotierten Immobiliengesellschaften – von der Steuer befreit.

PARIS. Bedingung: Die SIIC müssen mindestens 85 Prozent ihrer Mieteinnahmen sowie 50 Prozent der realisierten Verkaufsgewinne an die Aktionäre ausschütten. Der Anleger muss die empfangenen Erträge versteuern.

„Die Neuregelung hat den gesamten Sektor neu belebt“, urteilt Olivia Millioz, Expertin des Institut de l’Epargne Immobilière et Foncière (IEIF). Denn aufgrund der drohenden Steuerlast notierten die französischen Reits oft mit einem Abschlag von bis zu 40 Prozent auf den wahren Wert ihres Immobilienportfolios. Anleger hatten daher kaum eine Motivation, ihre Beteiligung zu verkaufen.

Ab 2003 bot der Gesetzgeber einen Ausweg: Die börsennotierten Immobiliengesellschaften können in das neue Steuer-Regime wechseln, wenn sie eine Abschlagssteuer von 16,5 Prozent auf die Buchgewinne – verteilt auf die Jahre 2003 und 2007 – zahlen. Damit verschwanden die Kursabschläge, und eine Konsolidierungswelle rollte über den französischen Reits-Sektor. Allein die spanische Metrovacesa kaufte zum Beispiel die Gesellschaften Sophia, Bail Investissement und Gecina auf.

Doch auch leere Börsenmäntel wurden neu belebt oder neue Gesellschaften gestartet. Gab es Anfang 2003 nur zehn SIIC, so sind es heute bereits 20 mit einer Marktkapitalisierung von knapp 26 Mrd. Euro. „Rund zehn neue SIIC-Projekte befinden sich allein in diesem Jahr in Vorbereitung“, berichtet Expertin Millioz. Der Index der SIIC hat sich seit seinem Startpunkt Ende 2002 bis heute nahezu verdoppelt. 91 Prozent des Kapitals der französischen Reits halten institutionelle Anleger, die überwiegend aus dem Ausland stammen.

Vor allem spanische Investoren sind aktiv, denn sie profitieren von besonders günstigen Steuerregeln. „Gesellschaften wie Metrovacesa zahlen in Spanien keine Steuern auf die Dividenden“, erklärt Millioz. Und auf Grund des französisch-spanischen Doppelbesteuerungsabkommens hat der französische Fiskus keinen Zugriff auf die Erträge der Spanier. Spanien steht es ja letztlich frei, Dividenden zu besteuern.

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