Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2007

14:05 Uhr

Risikoaufschläge bleiben niedrig

Fondsprofis sehen keine Gefahr für Firmenbonds

VonClaudia Lindenberg (Der Fonds)

Während Skeptiker angesichts der Beinahe-Zusammenbrüche der Firmen Polestar und Kiekert eine Trendwende am Markt für Firmenbonds befürchten, teilen auf Unternehmensanleihen spezialisierte Manager diese Sorgen jedoch nicht. Ihre Analyse der Lage fällt anders aus.

Fonds für europäische Firmenanleihen, Auswertung von 69 Fonds per Ultimo November - Rangfolge: Performance der letzten 12 Monate in Euro (Quelle: Feri Rating & Research)

Fonds für europäische Firmenanleihen, Auswertung von 69 Fonds per Ultimo November - Rangfolge: Performance der letzten 12 Monate in Euro (Quelle: Feri Rating & Research)

HAMBURG. Der internationale Markt für Firmenbonds steht Skeptikern zufolge vor einer dramatischen Trendwende. Als besonders kritisch für diese Papiere gilt die steigende Zahl kreditfinanzierter Übernahmen von Unternehmen durch Private-Equity-Gesellschaften. Berechnungen der US-Sanierungsberatung Alix Partners zufolge soll deren Volumen bis 2008 europaweit auf rund 30 Milliarden Euro steigen. Aufgeschreckt haben in diesem Zusammenhang die Beinahe-Zusammenbrüche der britischen Druckerei Polestar und des deutschen Automobilzulieferers Kiekert. Die Furcht vor weiteren Problemen wird auch durch einen von einigen Experten erwarteten Anstieg der Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen gegenüber Staatspapieren geschürt, da dies gleichbedeutend mit schlechteren Finanzierungsbedingungen für die betreffenden Unternehmen ist.

Die Manager von auf Unternehmensanleihen spezialisierten Rentenfonds teilen die Befürchtungen der Skeptiker jedoch nur bedingt. "Pleiten von Private-Equity-Beteiligungen sind nicht auszuschließen; mit Auswirkungen auf den gesamten Markt für Firmenbonds ist aber nicht zu rechnen", sagt etwa Dietmar Zantke von LBBW Asset Management. Der von Zantke betreute BWI-Rentamax belegt mit einem Wertzuwachs von 2,01 Prozent im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 69 Euro-Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Firmenanleihen Rang neun (Tabelle).

Auch die Folgen steigender Risikozuschläge für die Unternehmen beurteilt Zantke weniger pessimistisch: "Die meisten Firmen sind für die Zukunft finanziell sehr gut aufgestellt, indem sie sich die niedrigen Zinsen und geringen Risikoaufschläge für einen längeren Zeitraum durch Umschuldung oder Neuemissionen gesichert haben", sagt er und verweist auf die hohe Emissionstätigkeit der vergangenen Monate am europäischen Markt für Unternehmensanleihen. Die Erwartung eines nur geringen Anstiegs der Risikozuschläge für Firmenbonds begründet er mit einer robusten Weltkonjunktur.

Auch David C. Leduc von der Bostoner Vermögensverwaltung Standish Mellon Asset Management sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anlass zur Panik. "Wir gehen davon aus, dass sich das Marktumfeld kaum von dem des vergangenen Jahres unterscheidet, und es somit auch bei den Risikozuschlägen zu keinen nennenswerten Verschiebungen kommen sollte", sagt der Berater des auf Rang sieben liegenden Spängler Spartrust Corporate. Anders als Zantke bewertet Leduc die Zunahme kreditfinanzierter Private-Equity-Transaktionen jedoch generell als kritisch. Der Spängler-Berater: "Wir sind überzeugt, dass sie in diesem Jahr - wie schon 2006 - eines der Schlüsselrisiken für den gesamten Markt für Firmenanleihen darstellen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×