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14.03.2013

11:20 Uhr

Rohstoffaktien

Verschüttete Schätze

VonSebastian Ertinger

Der Rohstoff-Branche droht ein Ende des jahrelangen Super-Booms. Die Gewinne brechen ein, die Aktienkurse fallen zurück. Doch vereinzelt finden Anleger noch Grundgüter-Konzerne mit vielversprechenden Ertragsaussichten.

Arbeiter in einer Kohlemine: Die Bergbau-Branche erlitt zuletzt Rückschläge. AFP

Arbeiter in einer Kohlemine: Die Bergbau-Branche erlitt zuletzt Rückschläge.

DüsseldorfDie Welt braucht dringend Rohstoffe wie Kupfer, Eisenerz sowie Energieträger wie Öl und Gas. Fondsmanager, Analysten und Anlage-Experten prophezeiten Aktien der Grundgüter-Branche daher eine glänzende Zukunft. Doch in den vergangenen Monaten haben sich viele Hoffnungen zerschlagen. Viele Bergbau-Aktien hinken der Entwicklung des Gesamtmarktes hinterher. Die Idee eines „Superzyklus der Rohstoffe“ scheint sich als Mär zu entpuppen. Doch wie schlecht ist die Lage wirklich? Und bieten sich vielleicht sogar günstige Einstiegschancen für Anleger?

Tatsächlich verschreckte die erfolgsverwöhnte Bergbaubranche Anleger zuletzt mit Hiobsbotschaften. Gruben-Riesen wie BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American oder die brasilianische Vale erlitten im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Teil dramatische Gewinneinbrüche oder türmten sogar Verluste auf.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Jüngst meldete etwa der Minenkonzern Xstrata, dass der Reingewinn um 79 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar eingebrochen war. Der Schweizer Konzern will sich mit dem Rohstoffhändler Glencore zusammenschließen. Hier sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Die Bergbauriesen ächzen unter steigenden Kosten, der weltweiten Konjunkturflaute und demzufolge schwachen Grundgüter-Preisen.

„Ein kräftiger Gegenwind schlägt den Minenkonzernen entgegen“, sagt Christian Gritzka von der Vermögensverwaltung Knapp Voith. „Die gesamte Branche rudert derzeit bei den Investitionen zurück. Viele Unternehmen, auch sehr große, stoppen Ausbaupläne oder stampfen sie ein.“

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

So verschiebt etwa der Branchenprimus BHP Billiton den milliardenschweren Ausbau der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam in Südaustralien. Die Konzerne setzen auch an der Spitze an: Sowohl BHP Billiton, Rio Tinto als auch Anglo American tauschten in den vergangenen Wochen die Vorstandschefs aus.

Vor allem die schwächere Wirtschaftsentwicklung in China dämpft die Nachfrage nach Basismetallen wie Kupfer und Eisenerz – und drückt die Preise. Zudem sind viele, ertragreiche Minen zunehmend erschöpft. Die Konzerne müssen neue Vorkommen erschließen, die jedoch nicht mehr so ertragreich sind. Damit steigen die Kosten für Exploration und Erschließung.

Kommentare (2)

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andres

14.03.2013, 13:00 Uhr

Ein interessantes und wichtiges Thema angeschnitten, aber dann auf Werbung zu Fonds umgeschwenkt. Naja!

Es ist doch wohl klar, dass in volatilen und schwer vorhersehbaren Märkten und weltweit finanzwirtschaftlich schwierigen Zeiten, eine gewisse Marktbereinigung und -konsolidierung einsetzt. Noch zu entwickelnde Projekte, die auf Annahmen, Daten und Vorgaben beruhten, die jetzt nicht mehr Bestand haben oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit einem erhöhten Risiko unterliegt, werden vorsichtiger Weise aufgeschoben oder gecancelt.

Eine Rio Tinto, die das erste Mal in der Unternehmensgeschichte überhaupt einen Verlust (im jahr 2012) hinnehmen musste, wird sich voll und ganz auf den Kernbereich konzentrieren (die australische Eisenerzregion Pilbara) und bei anderen Assets den Verkauf dieser planen, um die eigenen Schulden senken zu können und/oder Cash für den Ausbau des Kernbereiches zu bekommen.

Bei ArcelorMittal ist dies ähnlich. Letztens veröffentlicht, verkauft diese 15% der kanadischen Assets an asiatische Investoren, um ebenfalls Cash zur Schuldenreduzierung zu bekommen und zudem einen wichtigen Partner für den weiteren Ausbau des kanadischen Eisenerzgeschäfts zu gewinnen.

In Fonds investieren würde ich aber nicht, da die entwicklung der im fond enthaltenen werte gemittelt wird und man nie überproportional von der entwicklung eines oder einer handvoll guten werten profitieren kann. Es gibt soviele börsennotierte Einzelwerte, deren fundamentalen Daten gut bis überragend sind und eine erfolgreiche Entwicklung versprechen, wenn die unternehmerischen Hürden in der weiteren Entwicklung erfolgreich gemeistert werden können. eine eigene Analyse ist hier unerlässlich.

Aussichtsreiche Eisenerz-Werte sind z.B.:

- New Millennium Iron
- Champion Iron Mines
- NSL Consolidated

dies ist keine anlageempfehlung. jeder handelt eigenverantwortlich auf eigenes risiko.

neulig

16.03.2013, 12:55 Uhr

Herr Andres,
was Sie hier am Schluss schreiben ist eine Anlageempfehlung! Das ändert sich nicht dadurch, dass Sie im Nachsatz etwas anderes behaupten.
Im übrigen haben die geannten Werte (insbesondere die letzten beiden) eine so geringe Marktkapitalisierung, dass man es sich lediglich um einen reinen "Zockerwert" handeln kann, wo vielleicht das Kapital ausgeht, bevor jemals überhaupt Edelmetall gefördert bzw. gewinnbringend verkauft wird. Sie vergleichen hier Melonen mit Erbsen. Im übrigen frage ich mich, wie Sie bei Ihren genannten Titel eine eigene Analyse vornehmen wollen, die Sie ja empfehlen. Fliegen Sie vor Ort und schauen Sie sich die Minenunternehmen an wie Fondsmanager bzw. deren Teams? Machen Sie Bodenproben prüfen Sie die logistischen Möglichkeiten vor Ort oder lesen Sie eine Werbeemail zu dem Wert, der Ihnen das blaue vom Himmel verspricht?
Sind Sie gar der Verfasser solcher E-Mails?

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