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10.09.2012

15:23 Uhr

Rohstoffe

Spekulanten setzen (fast) alles auf eine Karte

Rohstoffe sind derzeit heiß begehrt bei Hedge-Fonds-Managern und anderen Spekulanten, ganz besonders Gold. Die Nachfrage steigt und steigt, wie aktuelle Daten vom Terminmarkt belegen.

Wenn die Unsicherheit an der Börsen steigt, steigt auch der Goldkurs. dpa

Wenn die Unsicherheit an der Börsen steigt, steigt auch der Goldkurs.

FrankfurtSpekulationen auf geldpolitische Maßnahmen der großen Notenbanken haben im August die Nachfrage nach börsennotierten Produkten (ETPs - Exchange Traded Products) auf Gold steigen lassen. Anleger investierten in diese Produkte mit 3,6 Milliarden Dollar so viel wie in keinem anderen Monat dieses Jahres, wie aus einer am Montag veröffentlichten Statistik des US-Vermögensverwalters Blackrock hervorgeht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed hatten Maßnahmen wie umfassende Anleihenkäufe angekündigt, um die Schuldenkrise in der Euro-Zone beziehungsweise die hohe Arbeitslosenquote in den USA zu bekämpfen. Investoren steckten ihr Geld deshalb in Gold, um sich gegen eine möglicherweise zunehmende Inflation zu schützen und von den steigenden Preisen für das Edelmetall zu profitieren. Der Goldpreis kletterte im August um 4,8 Prozent und liegt aktuell bei 1734 Dollar pro Feinunze.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Insgesamt verzeichnete die Branche im August nach Angaben von Blackrock weltweit Nettozuflüsse von 12,1 Milliarden Dollar in ETPs, zu denen unter anderem börsennotierte Indexfonds (ETFs) gehören. Das war mehr als doppelt so viel wie im August 2011. Damals hatten allerdings heftige Börsenturbulenzen viele Anleger verschreckt.

Aber auch andere Rohstoffe sind derzeit heiß begehrt. Hedge-Fonds und andere spekulativ orientierte Anleger haben so viel Geld in die Rohstoff-Märkte gesteckt wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Angetrieben von der Hoffnung auf eine weitere Welle billigen Geldes von den Notenbanken baute diese Investorengruppe das Volumen ihrer Wetten auf weiter steigende Kurse in der Woche zum 4. September um vier auf 111,26 Milliarden Dollar aus. Dies ergibt sich aus Reuters-Berechnungen auf Grundlage von den am Freitagabend veröffentlichten Daten der US-Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC).

Die Zahl gehandelten Terminkontrakte an den 22 von der CFTC beobachteten Märkten erhöhte sich den Angaben zufolge in der Berichtswoche um 2,4 Prozent. Dies ist der dritte Anstieg in Folge.
Nach einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten spekulieren zahlreiche Anleger darauf, dass die US-Notenbank Fed zur Stützung der weltgrößten Volkswirtschaft ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) auflegt. Auch in China wird über eine mögliche Lockerung der Geldpolitik diskutiert. Das geldmarktpolitische Komitee der Fed will am Donnerstag eine Entscheidung über QE3 treffen.
Vor diesem Hintergrund kletterte der Goldpreis am Freitag auf ein Sechs-Monats-Hoch. Kupfer war am Montag so teuer wie zuletzt im Mai. Der Ölpreis zog ebenfalls an. Darüber hinaus trieb die Jahrhundert-Dürre in den USA die Preise für Sojabohnen, Mais & Co. in den vergangenen Monaten vor Rekordhoch zu Rekordhoch.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Das Volumen der Rohstoff-Spekulationen berechnet Reuters auf Grundlage der Veränderungen bei den gehandelten Futures, multipliziert mit dem Kontraktwert zum Ende des Berichtszeitraums. Das insgesamt am Rohstoff-Markt investierte Kapital ist Schätzungen zufolge allerdings um einiges höher, da zahlreiche Geschäfte außerbörslich getätigt werden.

Deutsche Reserven im Ausland

Wo ist unser Gold geblieben?

Deutsche Reserven im Ausland: Wo ist unser Gold geblieben?

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Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

10.09.2012, 16:31 Uhr

Alles Gold ist noch da :)
Was ist das denn für ein gekaufter Pausenclown?

Und warum bitte, muss im Falle einer Währungskrise unser Gold bei befreundeten Staaten liegen, um Devisen dafür zu erhalten?

Ausgerchnet FR, GB und USA als "befreundet" zu bezeichnen ist ein echter Kalauer...

Der Typ hat anscheinend die letzten hundert Jahre verschlafen und noch nie was vom zweiten Dreissigjährigen Krieg gehört.

Account gelöscht!

10.09.2012, 17:38 Uhr

Das selbe habe ich auch gedacht....

Mazi

10.09.2012, 18:06 Uhr

Die Goldblase wird platzen, wenn Griechenland überhaupt keine Kredite braucht und der Euro geht fest!

Glaubt das einer wirklich?

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