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09.07.2012

14:38 Uhr

Schiffsbeteiligungen

Lloyds Fonds plant Bad Bank

Das Hamburger Investmenthaus will 16 seiner Schiffe in eine Auffanggesellschaft für notleidende Finanzierungen ausgliedern. Durch die Bündelung hofft die Fondsgesellschaft auf Geldgeber für die Finanzierung der Flotte.

Der klassische Einschiffsfonds hat keine Zukunft. obs

Der klassische Einschiffsfonds hat keine Zukunft.

Frankfurt
Derzeit liefen Gespräche mit interessierten Investoren, sagte eine Sprecherin des Lloyds Fonds am Montag. Entschieden sei jedoch noch nichts.

Die Schifffahrtsbranche leidet seit Jahren an Überkapazitäten und sinkenden Preisen. Einige Unternehmen gingen bereits Pleite, viele andere können ihre Betriebskosten nicht mehr bezahlen und geraten mit Kreditzahlungen in Rückstand. Vielen Privatanlegern, die sich vor der Krise über Fonds an der Finanzierung von Frachtern beteiligt haben und so Steuern sparen wollten, drohen nun hohe Verluste.

„Die Restrukturierung auf Basis von Einzelschiffsfonds ist derzeit kaum möglich“, sagte die Lloyds-Fonds-Sprecherin. Zum einen seien Anleger nicht bereit, Kapital nachzuschießen. Zum anderen sei die Finanzierung über die Banken immer schwieriger. Die Commerzbank hatte kürzlich etwa erklärt, sich ganz aus dem Geschäft zurückzuziehen. Wenn Anbieter mehrere Fonds zusammenlegen, streuten sie Risiken und würden auch für größere institutionelle Anleger interessant, sagte die Sprecherin weiter. Ziel sei es, die Schiffe durch die Krise zu führen und in zwei oder drei Jahren zu verkaufen. Dies sei allemal besser als ein Notverkauf in der Krise oder gar eine Insolvenz.

„Es wird immer deutlicher, dass der klassische Einschiffsfonds in alter Form nicht mehr bestehen kann“, sagte Lloyds-Fonds-Chef Torsten Teichert der „Financial Times Deutschland.“ Dem Blatt zufolge planen auch andere Anbieter ähnliche Modelle. Bis auf Lloyd hat sich dazu jedoch niemand geäußert. „Eine ähnliche Strategie verfolgen wir derzeit nicht“, sagte etwa ein Sprecher des Fondsmanagers MPC Capital.

 

Von

rtr

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