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12.07.2016

01:03 Uhr

Schlechtestes Jahr

Herber Rückschlag für Fondsanbieter

VonFrank Wiebe

Die Branche der Fondsanbieter ist im Jahr 2015 kaum noch gewachsen. Grund dafür war vor allem die schwache Entwicklung der Börsen. Aber der Sektor leidet zum Teil auch unter einem Mangel an Innovation.

Weltweit hat das Volumen der Fondsbranche nur leicht zugelegt gms

Fonds

Weltweit hat das Volumen der Fondsbranche nur leicht zugelegt

New YorkWeltweit hat das Volumen der Fondsbranche 2015 nur um ein Prozent auf 71,4 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen zugelegt. Im Vorjahr gab es noch ein Plus von acht Prozent, und seit 2008, dem Jahr der Finanzkrise, waren es im Schnitt fünf Prozent. 2015 war somit laut der Unternehmensberatung Boston Consulting (BCG) das schlechteste Jahr der Branche seit der Finanzkrise.

Das lag vor allem an der schlechten Börsenentwicklung. Der Zufluss an Kundengeld lag bei 1,5 Prozent und damit etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Vor der Finanzkrise hatte die Branche allerdings jährlich um die vier Prozent zusätzlich eingesammelt. „Vermögensverwalter, die mit ihrem Wachstum zu sehr von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängen, stecken in einem Geschäftsmodell der Vergangenheit“, warnt Brent Beardsley von BCG.

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Ein genauer Blick in die Zahlen macht deutlich, dass vor allem Anbieter passiver Fonds, die einfach Indizes abbilden, gewinnen. In den Jahren 2016 bis 2020 werden nach Schätzung der Berater 40 Prozent des neuen Geldes in diesen Bereich fließen.

Steigende Bedeutung haben aber auch Fonds, die Portfolien gezielt nach Kundenwunsch strukturieren und zum Beispiel für Versicherer auf künftig zu erwartende Zahlungen ausrichten. Dies ist auch der einzige Bereich, in dem die Gebühren sich stabil halten. Dagegen werden laut Prognose traditionelle aktive Fonds weiter an Vermögen verlieren.

Besonders schwach entwickelten sich 2015 die USA. Europa und Asien lagen deutlich besser. In Deutschland sammelte die Branche per Saldo sechs Prozent mehr ein als im Vorjahr. Italien mit acht Prozent und Spanien mit sieben Prozent lagen ebenfalls gut.Insgesamt zeigt sich nach Aussage der Unternehmensberater, dass die Branche zwar mit 35 bis 40 Prozent hohe und stabile Gewinnmargen hat. Aber die Erlöse stagnieren seit Jahren, obwohl das verwaltete Vermögen gewachsen ist.

In fast allen Bereichen müssen die Anbieter unter dem Wettbewerbsdruck die Gebühren senken. Sie verdienen daher nur ungefähr so viel wie vor zehn Jahren, obwohl sie vom Volumen her erheblich gewachsen sind. Unternehmen, die noch wachsen wollen, müssen sich daher spezialisieren – und entweder besonders preiswerte Produkte anbieten, um Volumen zu gewinnen, oder spezielle Fonds, für die sie noch gute Preise verlangen können.

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