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03.08.2012

14:16 Uhr

Schwache Renditen

Fondsverwalter Ehrhardt hat Probleme

VonIngo Narat

Der bekannte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt hat zu viele Positionen in Asien. Seine Fonds lieferten zuletzt nur mäßige Renditen. Der 70-Jährige steht aber noch vor ganz anderen Herausforderungen.

Vermögensverwalter Ehrhardt. Falk Heller/Argum für Handelsblatt

Vermögensverwalter Ehrhardt.

FrankfurtEr ist einer der bekanntesten Vermögensverwalter des Landes. Doch mit der Wertentwicklung seiner Fonds hat Jens Ehrhardt zunehmend Probleme. Nur noch 57 Prozent seiner Produkte bekommen von Feri Eurorating eine gute oder sehr gute Bewertung. "Ein halbes Dutzend der Ehrhardt-Fonds ist nur noch Durchschnitt", stellt Feri-Analyst André Härtel fest. Ehrhardt gibt sich selbstkritisch: "Wir hatten zu viel Positionen in Asien und zu wenig in Nordamerika, das waren die größten Fehler."

Anfang 2009 stand der gebürtige Hamburger noch strahlend da. Damals hatten alle seine Fonds gute Noten. So etwas ist selten und bedeutete Platz eins im Feri-Ranking, bei dem die Produktbenotungen für Wertentwicklung und Risiko in eine Gesamtbewertung für die Anbieter münden.

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Dann begann ein stetiger Abstieg. Heute steht Ehrhardts DJE Kapital AG bei den kleineren Anbietern in Deutschland auf dem 15. Platz unter 71 Konkurrenten (siehe Grafik). Das Handelsblatt stellt die quartalsweise erstellten Rangfolgen regelmäßig vor.

Neben den schwächeren Leistungen bei der Wertentwicklung belastete auch die Liquidation des Immobilien-Dachfonds von DJE. "Der Glanz ist etwas verblasst", urteilt Kai Wiecking, Leiter Research beim Fondsanalysehaus FWW. Aber er sagt auch: "Ich würde Ehrhardt nicht abschreiben, für mich bleibt er einer der ganz großen Manager."

Der passionierte Segler Ehrhardt zählt zum Urgestein der unabhängigen deutschen Geldverwalter. Seit über vier Jahrzehnten ist er im Geschäft. Als Manager von Flaggschiffen wie dem Mischfonds "FMM Fonds" und dem globalen Aktiendepot "Astra Fonds" hat er sich hohes Ansehen erworben. Rund zehn Milliarden Euro betreut die DJE mit rund 100 Angestellten. Ehrhardt ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär.

Er gilt vor allem als Aktienexperte. Traditionell ist er eher auf Deutschland fixiert. Der Analytiker in ihm will sowohl Deutschland als auch die Euro-Zone nicht abschreiben. Ein schwächerer Euro könne den Export antreiben. "Draghi wird wohl auch Staatsanleihen kaufen, das würde den Börsen helfen - Deutschland könnte sich dann wohl am besten halten", sagt er. Eine große Hausse erwartet er allerdings nicht.

Kommentare (6)

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Privatier

03.08.2012, 16:19 Uhr

"Die Leiden des Jens E."
Was für eine schwachsinnige Überschrift!
Wenn einer leidet, dann die Anleger, die dem Fond ihr Geld anvertraut haben.
Herr J.E. hat mit Sicherheit glänzend verdient!
Ist halt wie bei allen Fonds. Viele verdienen sich, ohne Risiko, auf Kosten der Anleger, dumm und dusselig.
Geldgeschäfte macht man selbst. Und wenn man das nicht kann, gibt man es besser aus, bevor es andere tun.

zuster

03.08.2012, 19:59 Uhr

Richtig von "Privatier". So wird man nie reich, wenn man diese Produkte kauft. Ein anderer Weg ist der persönliche Emailkontakt, nachdessen Warmwerden direkte Empfehlungen geäußert werden können. Ein leichteter Weg ist einfach die konstante Beobachtung der wechselnden Positionen in den Fonds, also den ersten drei Positionen zu Asienfonds etwa. Das könnte ein Weg sein, ohne teure Gebühren sein Vermögen zu mehren. Sonst: Nestle, Unilever, Coca, BASF, Novo-Nodisk, Zigaretten. Letztere haben ihre Süchtler auf EWIG. Mit Garantiezins! ;-))

nonprofit

03.08.2012, 21:22 Uhr

"Geldgeschäfte macht man selbst. Und wenn man das nicht kann, gibt man es besser aus, bevor es andere tun."

wie wahr, wie wahr,...

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