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21.01.2014

18:05 Uhr

Schwellenländer als Anlageziel

Die neuen Lieblinge von Mark Mobius

Mark Mobius glaubt an ein Comeback der Schwellenländer. Der Fondsmanager hat für seine Templeton Emerging Markets Group Westafrika als Anlageziel entdeckt. Was für die Region spricht und wo Risiken lauern.

Mark Mobius ist Experte für Investitionen in den Emerging Markets. Reuters

Mark Mobius ist Experte für Investitionen in den Emerging Markets.

Frankfurt / DüsseldorfMark Mobius  gehört wohl zu den bekanntesten Fondsmanagern, die in den aufstrebenden Schwellenländern investieren. Seine Expertise ist fast schon legendär. Vor gut einem Vierteljahrhundert, im Jahr 1987 betraute Sir John Templeton ihn mit der Verwaltung des ersten Fonds, der in Emerging Markets investierte.  Die Erfolge, die Mobius an den Börsen der Schwellenländer einfuhr, machten ihn bei Anlegern weltbekannt.

Kein Wunder, dass Börsianer genau hinschauen, wenn er eine neue Region als Anlageziel für sich entdeckt. Derzeit schwärt er insbesondere auf Nigeria, wo das Wachstum die anderen afrikanischen Länder deutlich abhängen soll. Mobius lobt vor allem die wachsende Mittelschicht, die immer freudiger konsumiert, und die insgesamt sehr junge Bevölkerung in Nigeria. Die Weltbank attestiert dem ölproduzierenden und bevölkerungsreichsten Land des Kontinents in diesem Jahr ein Wachstumspotenzial von 6,7 Prozent. Damit würde Nigeria das durchschnittliche Wachstum der Schwellenländer von 5,3 Prozent klar schlagen.

Bedeutung der Schwellenländer für Anleger

Welche Länder sind Schwellenländer?

Schwellenmärkte sind die Finanzmärkte von Volkswirtschaften im Wachstumsstadium ihres Entwicklungszyklus und weisen ein niedriges bis mittleres Pro-Kopf-Einkommen auf. Diese Länder liegen in aller Regel in Asien (ohne Japan), dem Nahen Osten, Osteuropa, Zentral- und Südamerika und auch in Afrika. Insgesamt sind es etwa 170 Länder.

Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

Wie bedeutend sind diese Länder?

Auf Schwellenländer entfallen 77 Prozent der globalen Landmasse, mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung, mehr als 65 Prozent der globalen Devisenreserven und rund 50 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

Wie viele Menschen leben in den Emerging Markets?

2010 lebten rund 5,7 Milliarden Menschen in Schwellenländern – etwa fünf Mal so viele wie in den Industrieländern mit ihren 1,2 Milliarden Einwohnern. Allein China und Indien haben mehr als 2,5 Milliarden Menschen – in etwa das Vierfache der rund 700 Millionen Bürger der USA und der Europäischen Union.

Wer sind die „Big Five“?

China, Indien, Indonesien, Brasilien und Russland sind die sogenannten Big Five und sind nach sämtlichen Maßstäben rentable Schwellenmärkte. Sie sind nicht nur in der Entwicklung begriffen, sondern gehören auch zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt, China, Brasilien und Indien sogar zu den Top Ten. Marc Mobius ist überzeugt: „Diese Volkswirtschaften sind ganz klar die Wirtschaftsmotoren des 21. Jahrhunderts.“

Wie stark wachsen die Emerging Markets?

Von 2000 bis 2010 wuchsen die Volkswirtschaften von vier maßgeblichen Schwellenländern, nämlich Brasilien, Russland, Indien und China (Bric), um 112 Prozent. Die USA, Großbritannien und Japan brachten es nur auf vergleichsweise magere auf 14 Prozent.

Wie so oft, nehmen die Märkte solche wirtschaftlichen Entwicklungen vorweg. Der örtliche Aktienindex Nigerian Stock Exchange All Share legte im vergangenen Jahr stolze 47 Prozent zu. Noch besser entwickelte sich in Afrika lediglich die Börse in Ghana.

„Nigeria ist sehr wichtig“, sagte der 77-jährige Mobius in einem Gespräch in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos. Seine Überzeugung hat er auch bereits umgesetzt: Im sogenannten Frontier Funds von Templeton, die sich auf zurückgebliebene Märkte konzentrieren, habe Nigeria bereits die größte Gewichtung, so Mobius.

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Schon jetzt ziehen die 160 Millionen Nigerianer mit ihrem steigenden Konsumbedarf Einzelhändler wie die südafrikanische Shoprite Holdings aus Kapstadt an. Für die marktführende afrikanische Mobilfunkgesellschaft MTN Group ist Nigeria längst der größte und wichtigste Markt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 13:40 Uhr

Möbius beste Zeiten sind vorbei!!
Liebe Handelsblatt-Redaktion, da seit ihr aber einem sehr alten Hut aufgesessen!
Die Zeiten, als Möbius noch was vom Geschäft verstand, sind wohl leider längst vorbei.
Beispiele?
Ich habe - leider von ihm gemanagt -
Templeton Eastern Europe: 33,6% Verlust in den letzten 3 Jahren, 8,5% Verlust im letzen Jahr
Templeton Asian Groth: 6,8% Verlust in den letzten 3 Jahren, 10,2% Verlust im letzten Jahr.
Einzig Templeton Frontier Markets ist leicht im Plus - aber immer noch viel schlechter als der DAX.
Von meinen rund 30 Titeln waren die von Möbius wirklich die schlechtesten, da muß man sich anstrengen, mithalten zu können. Eine Rally sieht anders aus!

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