Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2008

09:10 Uhr

Schwellenländer-Bilanz

Fondsmanager glauben weiter an Indien

VonE. Wachtendorf (Das Investment)

Die Börsen der Schwellenländer sollen auch 2008, wie schon in den vergangenen sieben Jahren, die etablierten Märkte schlagen. Besonders große Hoffnungen setzen die Manager dabei in Werte aus einem Land, das im jüngsten Börsensturm besonders zu leiden hatte.

Fondsmanager rechnen mit zweistelligen Zuwächsten in den Schwellenländern.

Fondsmanager rechnen mit zweistelligen Zuwächsten in den Schwellenländern.

HAMBURG. Zum siebten Mal in Folge schnitten Aktien aus Schwellenländern 2007 besser ab als der breite MSCI-Weltindex. Im Durchschnitt stiegen breit streuende Emerging-Markets-Fonds um 25 Prozent im Wert, auf die vier Länder Brasilien, Russland, Indien und China fokussierte Bric-Fonds schafften sogar bis zu 54 Prozent (Tabelle).

Der große Vorsprung des nur 28 Mill. Euro großen Goldman Brics Portfolio EUR-Hedged resultiert aus der Währungssicherung dieser Tranche. Warum dennoch viele Anleger den auf US-Dollar lautenden Originalfonds (plus 40,94 Prozent, Rang vier) bevorzugen, begründet Michael Grüner, bei Goldman für den Drittfondsvertrieb verantwortlich, wie folgt: "Zu unseren Kunden gehören in erster Linie Dachfondsmanager, die sich selbst um das Währungsrisiko kümmern möchten."

Richard Flax, der den Goldman Brics zusammen mit Maria Gordon von London aus verwaltet, führt das gute Ergebnis seines Fonds unter anderem auf die Übergewichtung indischer Aktien zurück, die 2007 innerhalb des Bric-Universums den höchsten Zuwachs erzielten. Ende Dezember nahm er dort jedoch bei einigen Titeln Gewinne mit, während er den Russland-Anteil leicht anhob. Beide Länder zusammen machen 42 Prozent des Portfolios aus.

Die Aussichten für 2008 beurteilt Flax trotz der jüngsten Turbulenzen unverändert als gut. "Indien und auch die anderen Bric-Länder werden weiter maßgeblich zum Wachstum der Weltwirtschaft beitragen", sagt er. Die Gefahr, dass die Unternehmensgewinne von einer drastischen Verlangsamung des Wachstums in den USA und Europa in Mitleidenschaft gezogen werden, bestehe gleichwohl. "Umso wichtiger ist die richtige Auswahl", bekräftigt er.

Während Flax im Goldman-Sachs-Fonds nur 47 verschiedene Aktien hält, streut Pauli Larsen das Portfolio des zweitplatzierten Isi Bric Equities von Sydinvest auf insgesamt 140 Firmen. Auch Larsen war 2007 sehr stark in Indien investiert, hinzu kamen größere Positionen in den Bereichen Infrastruktur und Energie. "Vor allem die von uns gehaltenen chinesischen Kohleunternehmen verzeichneten 2007 hohe Zuwächse", berichtet er.

Obwohl indische Aktien im jüngsten Börsensturm zu den größten Verlierern gehörten, hält Larsen den Markt für sehr aussichtsreich: "In Indien haben vor allem der Konsum und der Infrastrukturausbau dem Wirtschaftswachstum Auftrieb gegeben." Daran werde eine globale Konjunkturflaute nichts ändern. Für die Schwellenländer insgesamt erwartet er in den nächsten sieben Jahren zweistellige Zuwächse - "wobei es selbstverständlich auch einzelne Jahre mit einem negativen Ertrag geben kann und wird".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×