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22.07.2012

09:27 Uhr

Sommerakademie Geldanlage

So finden Sie die richtigen Fonds

VonAnke Rezmer

Mit den richtigen Fonds kann man auch in schwierigen Börsenzeiten Erträge erzielen, zumindest aber das Verlustrisiko im Rahmen halten. Hier die wichtigsten Tipps zu Misch-, Aktien- und Anleihefonds.

Händler an der Frankfurter Börse. dapd

Händler an der Frankfurter Börse.

FrankfurtPlatzen der US-Immobilienblase, Pleite der Bank Lehman, Finanzkrise, Schuldenkrise in Europa - für die Finanzmärkte waren die vergangenen zehn Jahre extrem bewegt. Unterm Strich bleibt Anlegern nach gravierenden Ausschlägen, vor allem an den Aktienbörsen, allerhöchstens ein kleines Plus pro Jahr.

Wem das Auf und Ab zu nervenaufreibend ist, wer aber dennoch auf die Kern-Anlageklassen Aktien und Anleihen setzen möchte, kann sich mit Investment-Fonds eine Chance auf mehr Ruhe im Depot erkaufen. Denn ein breit anlegender Fonds puffert Ausschläge einzelner Wertpapiere ab.

Empfehlungen: Welche Fonds etwas taugen

Empfehlungen

Welche Fonds etwas taugen

Nur wenige Fonds schlagen regelmäßig den Markt. Eine Auswahl von Produkten mit verschiedenen Anlagestrategien zeigt, welche Fonds für Anleger interessant sein könnten.

Allerdings muss der Anleger einen Fonds finden, der dies bietet. Entscheidend für den Erfolg einer Geldanlage ist die Struktur der Investments. Sie verantwortet bei Fonds 90 Prozent der Rendite, wie Experten von Ibbotson, Tochter des US-Fondsanalysehauses Morningstar, herausgefunden haben.

Dazu gehört, dass Fondsmanager regelmäßig wenig aussichtsreiche Wertpapiere gegen attraktivere austauschen. Dies kann den Ertrag eines Fonds erhöhen und das Verlustrisiko verringern. Schaut man auf die vergangenen zehn Jahre, haben die besten Manager weltweit anlegender Aktienfonds bis zu zehn Prozent Plus im Jahr erzielt - das ist rund dreimal so viel wie der wichtigste Börsenindex MSCI World vorweist.

Fonds-Gebühren im Überblick

Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf an. Je nach Anlagestrategie des Investmentfonds kann er relativ gering sein, bei Geldmarktfonds liegt der Satz etwa häufig bei rund ein Prozent. Er kann aber auch deutlich höher sein wie bei Aktienfonds, wo fünf Prozent keine Seltenheit sind. Dies bedeutet, dass bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro beim Geldmarktfonds für 49,50 Euro Anteile erworben werden, beim Aktienfonds hingegen nur für 47,61 Euro.

Fondskäufer können den Ausgabeaufschlag aber reduzieren. Direktbanken oder Fondssupermärkte im Internet bieten niedrigere Sätze an oder verzichten sogar ganz auf diese Gebühr. Zu den bekanntesten Fondssupermärkten zählen beispielsweise fondssupermarkt.net, avl-investmentfonds.de und infos.com. Gute Kunden dürfen außerdem auf Sonderkonditionen bei der Hausbank hoffen.

Je länger der Anleger investiert bleibt, desto weniger stark wirkt die Kaufgebühr. Wer monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag einzahlt und durchschnittlich fünf Prozent Jahresrendite erzielt, steht nach drei Jahren bei 3.690 Euro. Ohne Kaufgebühren wären es 3.885 Euro. Wer zehn Jahre investiert bleibt, kommt mit dem Ausgabeaufschlag auf ein Guthaben von 14.725 Euro, ohne Gebühr wären es 15.500 Euro. 

Verwaltungsgebühr

Die Verwaltungsgebühr liegt im Regelfall zwischen null und zwei Prozent. Oft ist dieser Satz etwas höher, wenn der Ausgabeaufschlag gering ist und umgekehrt. Die Verwaltungsgebühr wird - einmal im Jahr oder auch monatlich - aus dem Fonds bezahlt. Wenn die Gebühr zum Beispiel 1,2 Prozent ist und der Fondswert 10.000 Euro, beträgt die Gebühr 120 Euro im Jahr und das neue Fondsvermögen noch 9.880 Euro. 

Depotbankgebühr

Die Investmentgesellschaft hinterlegt das Fondsvermögen bei einer sogenannten Depotbank. Für das Führen dieses Depots wird eine Gebühr erhoben, die im Regelfall aus dem Fondsvermögen bezahlt wird. Diese Gebühr kann bei großen Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens per anno ausmachen.

Zusätzlich ist die Depotbank berechtigt, eine Transaktionsgebühr von bis zu 100 Euro je Transaktion, die nicht über die Depotbank getätigt wird, zu erheben. Auch eine zusätzliche Verwahrgebühr von bis zu 0,1 Prozent pro Jahr ist rechtens. Neben den genannten Vergütungen verlangen einige Gesellschaften eine weitere tägliche Vergütung in Höhe von bis zu 0,75 Prozent pro Jahr. 

Performance Fee

Die Performance Fee ist eine erfolgsabhängige Gebühr. Wenn ein aktiv gemanagter Fonds eine bessere Wertentwicklung aufweist als ein vorher festgelegter Vergleichsindex, wie zum Beispiel der DAX, wird die Performance Fee gezahlt. Wenn eine Performance Fee von 20 Prozent vorgesehen ist, bedeutet das zum Beispiel: Ein Kunde hat ein Fondsvermögen in Höhe von 20.000 Euro. Der Fonds hat in diesem Jahr sechs Prozent Plus gemacht, der Vergleichsindex nur vier Prozent. Das Mehr an Rendite von zwei Prozent sind 400 Euro. Davon bekommt die Gesellschaft 20 Prozent, also 80 Euro. 

Performance Fees sind an ganz unterschiedliche Bedingungen geknüpft. Die Investmentgesellschaft profitiert von einem besseren Abschneiden im Vergleich zum Vergleichsindex, muss sich aber nicht zwangsweise auch an Verlusten beteiligen, falls der Index besser war.

Es ist auch möglich, dass Anleger Performance Fee`s zahlen müssen, obwohl der Fonds Verluste gemacht hat. Wenn der Vergleichsindex zehn Prozent Minus gemacht hat, der Fonds aber nur sechs Prozent Minus, war er besser als der Vergleichsindex. Dann lässt die

Investmentgesellschaft es sich vergüten, dass der Fond zwar Verluste gemacht hat, aber eben nicht so viel wie andere. 

Transaktionskosten

Transaktionskosten entstehen, wenn im Fonds eine Umschichtung der Wertpapiere stattfindet, also beispielsweise Aktien verkauft und andere dafür gekauft werden. Bei einer solchen Umschichtung entstehen Transaktionskosten, die von den Anlegern bezahlt werden. Je öfter umgeschichtet wird, desto mehr Gebühren müssen gezahlt werden und desto geringer ist die Rendite.

Wegen mangelnder Transparenz bleibt die Höhe der Transaktionskosten in der Regel im Dunkeln. Eine Ausweisung der relevanten Daten im Fondsprospekt geschieht laut Studie der Verbraucherzentrale NRW kaum oder nur unzureichend. 

Sonstige Gebühren

Der Fantasie sind bei den sonstigen Kosten keine Grenzen gesetzt. Rechtliche Vorgaben gibt es so gut wie nicht. So kann es passieren, dass Anleger nicht nur den Ausgabeaufschlag beim Kauf bezahlen, sondern auch einen Rücknahmeabschlag bei der Rückgabe der Anteilsscheine. Und wenn ein Fonds Geld einnimmt, weil er Wertpapiere verleiht, dann kassiert die Gesellschaft dafür oft auch eine Gebühr. Hier empfiehlt sich eine genaue Prüfung der Fondsunterlagen und des amtlichen Verkaufsprospekts um herauszufinden, welche sonstigen Kosten anfallen können.

Eine Hilfe beim Vergleich von Fonds anhand der anfallenden Kosten ist die Total Expense Ratio (TER). Die TER ist eine Gesamtkostenquote, die für Transparenz sorgen soll. Das gelingt allerdings nur zum Teil. Grund ist, dass in der TER nicht alle Kosten enthalten sind. So sind weder die Ausgabeaufschläge enthalten, noch die erfolgsabhängigen Gebühren (Performance Fee`s). Die Aussagekraft der TER ist daher begrenzt. Laut Morningstar liegt sie bei Aktienfonds bei gut zwei Prozent.

Bei weltweit anlegenden Anleihefonds und aus verschiedenen Papieren gemischten Fonds erreichten Spitzenmanager mit rund acht Prozent im Jahr doppelt so viel wie die Vergleichsindizes. Ein Wermutstropfen für Anleger ist aber, dass nur wenige Fondsmanager längerfristig mit guten Erträgen überzeugen.

Kommentare (5)

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Ben

22.07.2012, 09:43 Uhr

Wie dumm muss man sein um jetzt noch in Fonds zu investieren ????
Das nutzt höchstens den Bankstern....

Account gelöscht!

22.07.2012, 10:21 Uhr

Man muss schon SEHR naiv sein, jetzt noch in solcher Art Papierversprechen zu investieren.

Swissie

22.07.2012, 12:23 Uhr

Für Kleinanleger, die nicht die Mittel haben einen ganzen Index abzubilden (bzw. zu diversifizieren) sind Fonds doch perfekt, man muss nur wissen welche.

Investiert in EFT's auf den DAX oder den MSCI World oder sonstige Indizes (für konservative auch SMI). So gut wie kein Ausgabeaufschlag und geringes TER. Darauf achten, dass er physisch repliziert und NICHT Swap-basierend ist (ausser MSCI World, der ist einfach nicht rein physisch abbildbar). Zudem sollte man nur thesaurierende ETF's wählen um den Zinsenszins der Dividenden mitzunehmen. Das tolle ist, dass es möglich ist mittels Wertpapiersparplan monatlich zu investieren. Bei einer langfristigen Dividendenzahlung von 4-6% p.a. auf REALWERTE kann man so über die Jahre schön was sparen. Für mich besser als jedes Sparbuch bzw. private Rente die nur auf dem Papier besteht.
Einziges Manko ist das Securities Lending. Habe bis jetzt noch keinen ETF gefunden der darauf verzichtet.

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