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05.01.2011

10:42 Uhr

Substanzwerte

Wie Anleger günstige Aktien finden

VonAnke Rezmer

Liegt der Firmenwert über dem Aktienkurs, wird es 2011 interessant. Besonders in Europa haben Vermögensverwalter zahlreiche unterbewertete Papiere ausgemacht. Eine Investition könnte sich lohnen. Immerhin ist auch Warren Buffett erfolgreich mit dieser Strategie.

Starinvestor Warren Buffett: Auch für den US-Milliardär könnten europäische Substanwertaktien in diesem Jahr interessant werden. Reuters

Starinvestor Warren Buffett: Auch für den US-Milliardär könnten europäische Substanwertaktien in diesem Jahr interessant werden.

FRANKFURT. Europäische Aktien hat es im vergangenen Jahr hart getroffen. Im Schatten der Verschuldungskrise sind sie deutlich hinter anderen Märkten zurückgeblieben. Daraus ergeben sich jetzt Chancen für Anleger: Vermögensverwalter machen zahlreiche übertrieben gebeutelte Titel aus. Gute Chancen gibt es daher vor allem für sogenannte Substanz- oder Value-Werte, deren Firmenwert deutlich höher liegt als ihr aktueller Aktienkurs.

Kurse, die sich in diesem Jahr nach oben bewegt haben, gehörten eher zu den konjunktursensiblen zyklischen Werten wie Automobiltitel. Mit der Aussicht auf 2011 spricht jetzt aber "vieles für europäische Value-Titel", sagt Markus Hampel, Deutschland-Chef der französischen Fondsboutique Metropole Gestion. Europäische Firmen seien im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern gestärkt aus der Krise gekommen. Die Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht.

Substanzwerteaktien bringen langfristig mehr Ertrag als andere

"Substanzwerteaktien gelten als günstig bewertet - man muss nur Werte finden, die nicht nur billig sind, sondern auch Kurschancen haben", sagt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer der Fondsratinghauses Fonds Consult. Europäische Aktien litten vielfach unter einem Ländermalus, bedingt durch die überbordende Verschuldung einzelner Staaten, sagt Andre Härtel, Analyst beim Fondsratinghaus Feri Euro Rating. "Substanzwerte-Titel bekommen vor allem über die Dividendenrendite gute Chancen", sagt er. Die Firmen seien en gros gut durch die Krise gekommen und dürften ähnliche Dividenden zahlen wie im Vorjahr. Allein das bringe Anlegern in Zeiten niedriger Zinsen teils höhere Erträge als mit Anleihen.

Klassische Substanzwerte-Investoren schauen auf niedrige Kurse im Vergleich zu Firmenwerten, den Gewinnen und dem freien Kapital, aber auch auf hohe Dividendenrenditen und eine geringe Verschuldung. Metropole Gestion beispielsweise sucht Firmen, deren Aktienkurs gegenüber dem Firmenwert mindestens 30 Prozent unterbewertet ist und einen besonderen Kurstreiber aufweisen.

Grundsätzlich zeigen langfristige Studien immer wieder auf, dass solche Substanzwerteaktien langfristig mehr Ertrag bringen als andere Titel. So hat der US-Vermögensverwalter Brandes für den Zeitraum zwischen 1968 und 2008 in einer Studie ermittelt, dass sich Aktien mit einem niedrigen Kurs im Vergleich zum bilanzierten Vermögen einer Firma (Buchwert) weltweit besser entwickelt haben als Aktien mit relativ hohem Kurs im Verhältnis zum Buchwert. Auch Star-Investor Warren Buffett orientiert sich an dieser Schlüsselkennzahl, könnte sich also für die unterbewerteten Titel interessieren. Doch gleichfalls seine legendäre Urteilskraft bei Geschäftsmodellen sowie sein Gefühl für starke Marken und Strategien kennzeichnen seinen Erfolg. Daher ist "eine erfolgreiche Value-Strategie auch eine Frage der Definition", resümiert Sälzle.

Kommentare (1)

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Ranjith Jayasinghe

08.01.2011, 13:19 Uhr

in diesem Artikel steht in Klammern "siehe Tabelle" aber wo sind die Tabellen?

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