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10.04.2012

15:40 Uhr

S&P

Fondsmanager schlagen Index immer seltener

Kursschwankungen an der Börse schmälern den Erfolg der Fondsmanager: Immer weniger von ihnen schlagen ihren Vergleichsindex. 2011 stellten sie einen neuen Negativ-Rekord auf.

Laut Standard & Poor's schlagen immer weniger Fondsmanager ihren Vergleichsindex dapd

Laut Standard & Poor's schlagen immer weniger Fondsmanager ihren Vergleichsindex

Angesichts der ungewöhnlichen Börsenturbulenzen haben 2011 noch weniger Fondsmanager als in den Vorjahren ihre Vergleichsindizes geschlagen. Durch die am Dienstag veröffentlichten Daten der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erhält die anhaltende Diskussion über den Mehrwert aktiv gemanagter Fonds gegenüber börsennotierten Indexfonds neue Nahrung. „Das Ausmaß des Minderertrags aktiver Fonds mag sich von Zeit zu Zeit verändern, aber er ist Fakt“, erklärte S&P.

Bei Investitionen in US-Aktien haben demnach nur 16 Prozent der aktiven Portfoliomanager im vergangenen Jahr den S&P Composite 1500 Index geschlagen, der sowohl US-Standard als auch -Nebenwerte umfasst. Das war die schlechteste Quote in der Datenreihe, die bis 2002 zurückreicht. Der Rest der Fondsmanager hat ähnliche oder schlechtere Ergebnisse erzielt als die entsprechende Indizes.

Im Jahr 2010 hatten 42 Prozent der Portfoliomanager im Schnitt besser abgeschnitten als die jeweiligen Indizes. 2009 waren es sogar 58 Prozent gewesen. Experten führen die deutlich schlechtere Quote 2011 auf die starken Kursschwankungen am Aktienmarkt zurück. Theoretisch können aktive Fondsmanager im Gegensatz zu Indexprodukten Cashbestände aufbauen und sich vorübergehend aus Aktien zurückziehen, um Kursrückgänge zu vermeiden. „Leider scheint diese Möglichkeit nicht oft Realität zu werden“, schreiben die S&P-Analysten.

Als der DAX abstürzte, hatten viele Fondsmanager kaum Barbestände. dpa

Als der DAX abstürzte, hatten viele Fondsmanager kaum Barbestände.

Während der überraschenden Kursabstürze im vergangenen Jahr - vor allem im August - haben viele Fondsmanager Experten zufolge kaum Barbestände gehalten, welche die Verluste hätten abpuffern können. Erst nach den Kursrückgängen hätten sie in Cash umgeschichtet und seien dann zu spät wieder eingestiegen, um die Kurserholung mitzumachen.

Der mangelnde Mehrwert aktiver Manager im Jahr 2011 zeigte sich S&P zufolge in allen Marktsegmenten. Sowohl bei Standard- als auch Nebenwerten schnitten die Indizes im Mittel besser ab als die Fonds. Die Analysten begründen das damit, dass Informationen und Analysen, welche die Märkte bestimmen, in den vergangenen Jahren immer besser verfügbar geworden sind - auch für Nebenwerte. „Dadurch hat sich die Grenze der Ineffizienzen womöglich hin zu den Microcaps verschoben“, schreiben die S&P-Analysten.

Von

rtr

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