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10.02.2005

13:35 Uhr

Täglich fließen bis zu acht Millionen Euro ab

Deka-Immobilienfonds verliert weitere Kunden

Die Dekabank hat den Mittelabfluss aus ihrem auf Deutschland konzentrierten offenen Immobilienfonds im neuen Jahr nicht stoppen können. Nach Anteilsrückgaben über netto 1,7 Mrd. Euro bis Ende vergangenen Jahres sind im Januar und Anfang Februar nochmals 300 Mill. Euro von den Kunden zurückgegeben worden.

pk FRANKFURT/M. Das bestätigte Dekabank-Vorstandschef Axel Weber anlässlich der Vorstellung seines neuen Kommunikationsleiters, Thomas Luber. Börsentäglich gehen derzeit Anteilsrückgaben von fünf Mill. Euro bis acht Mill. Euro ein. Damit addiert sich der Besitz der Mutter Dekabank an den Fondsanteilen der Tochter Deka Immobilien Investment aktuell auf zwei Mrd. Euro. Der Mutterkonzern hatte 2004 entschieden, die zurückfließenden Anteile an die Tochter unbegrenzt in den eigenen Bestand zu nehmen.

Die Krise beim Immobilienfonds wurde durch die hohen Leerstände bei Büroimmobilien und die Verwicklung des früheren Geschäftsführers der Tochter in den Frankfurter Immobilienskandal ausgelöst. Anleger, die den Immobilienfonds für das kurzfristige Parken von Liquidität nutzten, zogen angesichts sinkender Renditeerwartungen ihre Gelder ab.

Nach Angaben von Weber hat die Bank aus dem Anteilsbesitz nach der Ausschüttung von vier Prozent einen Ertrag von 80 Mill. Euro realisiert, der das Zinsergebnis gewaltig steigen lasse. Allerdings muss die Bank stille Reserven mobilisieren und Objekte aus dem Fonds verkaufen, da nach einem externen Sondergutachten eine Bewertungslücke bei den Objekten von 700 Mill. Euro gegenüber den internen Wertansätzen des Gutachterausschusses der Fondstochter klaffte. Weber kündigte auch an, dass die Mutter wieder Anteile über 500 Mill. Euro an die Tochter zurückgeben werde. Dies wird dazu führen, dass die Statistik des Branchenverbandes BVI für den Immobilienfonds ein hohes Minus ausweisen wird.

Die Tochter hatte jüngst den Verkauf von zwei Objekten in Großbritannien für zusammen 720 Mill. Euro mitgeteilt. Dabei lag der Erlös um rund 120 Mill. Euro über den Wertansätzen der Wirtschaftsprüfer, was die Diskussion um die Bewertungen erneut angeheizt hat. In den kommenden Wochen wird die Bank nach Branchenangaben auch den Verkauf des Objekts „Stern-Plaza“ in Düsseldorf für gut 100 Mill. Euro bekannt geben. Mittelfristig soll der Fonds seinen Europa-Anteil von derzeit 30 Prozent auf 50 Prozent erhöhen. Die Verkäufe in Großbritannien passen aber nicht in diese Strategie. Eine Deka-Sprecherin sagte, der Zeitpunkt für die Veräußerung des Lloyd’s-Gebäudes in London und des Einkaufszentrums in Glasgow sei günstig gewesen. Man halte daran fest, den Anteil europäischer Gebäude zu erhöhen.

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