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29.01.2008

14:09 Uhr

Templeton Growth Fund

Die Neue muss es jetzt richten

VonAnke Rezmer

Keiner ist größer als der Tepmpleton Growth Fund – dies gilt zumindest für in Deutschland angebotene Aktienfonds. Allerdings macht der Fonds eine seit längerer Zeit anhaltende Schwächephase durch. Nach dem Rücktritt von Murdo Murchison soll nun die neue Managerin Cindy Sweeting das ehemalige Flagschiff wieder auf Kurs bringen.

FRANKFURT. Am heutigen Dienstag schauen die Beobachter des Fondsmarktes auf Cindy Sweeting. Die neue Managerin des legendären Templeton Growth Fund steht im Mittelpunkt des Dienstag und Mittwoch stattfindenden jährlichen Fachkongresses für Fonds-Berater („Fonds Professionell Kongress“) in Mannheim.

Sweeting soll den Fondsleuten erklären, wie sie den größten in Deutschland angebotenen Aktienfonds wieder auf Rendite-Kurs trimmen will. Der umgerechnet gut 35 Mrd. Euro schwere, weltweit anlegende Aktienfonds schwächelt seit Jahren im Vergleich zur Konkurrenz und seiner Börsenmesslatte, dem MSCI World-Index. 2007 war ein besonders maues Jahr. Der Fonds verlor ein knappes Zehntel an Wert, während andere globale Aktienfonds bis zu einem Drittel Mehrwert schafften und der Börsenindex nur minimal sackte.

Zusätzlich verunsichert Anleger und Berater der Fondsmanager-Wechsel. Nach sieben Jahren verließ der Schotte Murdo Murchison Ende 2007 die Kommandobrücke, was Templeton mit der Sehnsucht der Familie Murchison nach der Heimat erklärte. Fondskenner nennen die Begründung „naiv“. Ob Murchison, bekannt als einer, der gegen den Strom schwimmt, sich zu sehr von den Empfehlungen aus dem Templeton Research abkoppelte, darüber spekulieren Branchen-Insider. Klar ist, dass er auch sein eigenes Renditeziel „Hundert Prozent in fünf Jahren“ verfehlte. 40 Prozent schaffte er, die Konkurrenz im Durchschnitt 50 Prozent.

Nun soll es also Sweeting richten, von der man hierzulande nur den einprägsamen Namen und Fotos kennt, auf denen sie wie ein College-Girl lächelt. Dabei ist es kein Zufall, dass der Boss des US-Fondshauses Franklin Templeton Gregory E. (Greg) Johnson die 49jährige blonde Amerikanerin nach Deutschland schickt. Der Big Boss aus der Templeton-Zentrale im kalifornischen San Mateo gönnte seiner neuen Steuerfrau nicht einmal die üblichen hundert Tage, sondern nur einen knappen Monat als Fondsmanagerin, bevor er sie ins Rampenlicht stellt. Sweeting kennt ihren neuen Fonds allerdings bereits gut. Seit 1997 arbeitet sie bei Templeton und hat in den vergangenen vier Jahren als Aktien-Research-Chefin den Anlageprozess des Hauses und die Kaufliste für den Fonds verantwortet.

Der Flaggschiff-Fonds mit seiner klaren Ausrichtung auf Value-Werte zählt immerhin zu den bedeutendsten Fonds für langfristige Geldanlage. Knapp ein Drittel des Fondskapitals stammt von deutschen Investoren, meist Privatanlegern. Die extrem sicherheitsliebenden, zugleich aber renditehungrigen Bundesbürger kaufen jedoch seit einigen Jahren gern Konkurrenzprodukte wie Zertifikate und billigere Indexfonds.

Ausländische Fondsgesellschaften, denen das starke konzerneigene Vertriebsnetz der deutschen Konkurrenz fehlt, leiden besonders unter dem Trend. Grund: die Macht der Vertriebe. „Fonds werden Anlegern noch immer verkauft, statt aktiv von Investoren gekauft“, sagt Fondsanalyst Andreas Köchling vom Ratinghaus Feri Rating & Research. Franklin Templeton stützt sich in Deutschland dabei auf drei Absatzkanäle: Banken, Versicherungen und bankunabhängige Finanzvertriebe. Provisionen für die Vermittler bestimmen dabei in der Regel die Höhe der absetzten Fondsanteile.

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