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30.05.2011

15:29 Uhr

Trendforscher

Fonds-Manager sind vom Aussterben bedroht

Fonds-Managern gelingt es immer seltener, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Bald werden sie verschwunden sein, prophezeit ein Hamburger Trendforscher. Passive Investments wie ETFs werden immer bedeutender.

Glaubt man einem Hamburger Trend-Forscher, könnten Fonds-Manager, die Anlageentscheidungen aktiv treffen, bald der Vergangenheit angehören. Quelle: dpa-tmn

Glaubt man einem Hamburger Trend-Forscher, könnten Fonds-Manager, die Anlageentscheidungen aktiv treffen, bald der Vergangenheit angehören.

FrankfurtEinem von Deutschlands bekanntesten Trendforschern zufolge sind passive Finanzprodukte wie börsennotierte Indexfonds (ETFs) und Indexzertifikate in Zukunft die vorherrschenden Anlageinstrumente. „Im Gegensatz dazu gehe ich davon aus, dass aktiv gemanagte Investmentfonds, wie wir sie heute kennen, schon in zehn Jahren weitgehend verschwunden sein werden“, sagte Professor Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg am Montag in einem Interview mit Reuters. „Fondsmanager, die jeden Tag ihre Portfolios überwachen, wird es dann kaum noch geben.“ Wippermann untersucht mit dem Trendbüro Hamburg seit gut zwanzig Jahren langfristige gesellschaftliche Veränderungen. Dabei hat er sich auf das Thema Informationsverarbeitung spezialisiert. Der Trendforscher arbeitet im Auftrag von Medien und Unternehmen aus der Konsumgüterbranche.

„Ich halte es für realistisch, dass ETFs bald einen bedeutenden Anteil am Fondsmarkt ausmachen werden“, sagte Wippermann. Momentan ist der Anteil noch sehr gering: Dem europäischen Fond-Dachverband Efama zufolge verwalteten die europäischen Investmentfonds Ende März 2011 rund 5,9 Billionen Euro. Für ETFs weist die Efama keine separaten Daten aus. Dem Fondsanalysehaus Lipper zufolge steckten Ende März europaweit 227 Milliarden Euro in ETFs. Demnach hatten börsennotierten Indexfonds einen Anteil von rund vier Prozent am europäischen Gesamtmarkt.

Für den Trend hin zu mehr passiv verwalteten Finanzprodukten sprechen Wippermann zufolge vier Aspekte. „Erstens werden Daten an den Finanzmärkten immer schneller verarbeitet“, sagte Wippermann mit Verweis auf die Hochfrequenz-Handelssysteme, die verstärkt eingesetzt werden. „Menschen kommen dabei immer weniger hinterher.“ Deswegen nehme die Chance, dass aktive Portfoliomanager Mehrerträge erzielen können, ab. Das mache passive Anlagestrategien für Anleger attraktiver. In den vergangenen Jahren hat verschiedenen Studien zufolge nur etwa ein Fünftel der Fondsmanager einen höheren Wertzuwachs erzielt als der Index auf den Markt, in den sie investierten. „Die meisten Analysten und Portfoliomanager verhalten sich wie in einem Schwarm und folgen der Mehrheitsmeinung“, sagte Wippermann.

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