Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2014

15:33 Uhr

Trotz Kursrutsch

Bill Gross plädiert für Kurzläufer

Der Hinweis von Fed-Chefin Yellen, dass die Leitzinsen bald steigen könnten, hat die Kurse kurzläufiger Anleihen in den Keller geschickt. Auch der Pimco-Vorzeigefonds musste kräftig einstecken. Bill Gross hält dagegen.

Hinterlässt einen Scherbenhaufen: Der ehemalige Pimco-Chef Bill Gross. Reuters

Hinterlässt einen Scherbenhaufen: Der ehemalige Pimco-Chef Bill Gross.

FrankfurtPimco-Chef Bill Gross empfiehlt Anlegern, weiter auf Anleihen mit Laufzeiten von fünf Jahren oder weniger zu setzen – auch wenn jüngste Äußerungen von Janet Yellen, der Chefin der Federal Reserve, die Kurzläufer-Renditen in die Höhe getrieben und die Kurse in den Keller geschickt haben.

„Der ein bis fünf Jahre laufenden Teil der Kurve, dem zuletzt die 'blaue-Punkt'-Prognose der Fed und Yellens 'sechs Monate danach' einen Schlag versetzt haben, sollte sein aktuelles Niveau halten, wenn die Inflation niedrig bleibt“, erklärte er in seinem monatlichen Investmentkommentar, der am Donnerstag auf der Webseite der Allianz-SE-Tochter veröffentlicht wurde. „Laufzeiten von fünf bis 30 Jahren bleiben jedoch gefährdet.“

Pimco: Spekulation um den Neuen neben Bill Gross

Pimco

Spekulation um den Neuen neben Bill Gross

Drei Milliarden Dollar allein im März: Anleger fliehen weiter aus dem Pimco Vorzeigefonds Total Return. Doch könnte ein neues Gesicht die Chefetage des Fondshauses bald aufmischen. Was Andrew Balls alles mitbringt.

Die Rendite zweijähriger Treasury-Schuldtitel war am 19. März so stark gestiegen wie seit 2011 nicht mehr, nachdem die US-Notenbank ihre Prognosen für den Leitzins erhöht hatte. Zudem hatte Yellen signalisiert, dass eine Leitzinserhöhung sechs Monate nach dem Ende der Anleihekäufe durch die Fed – das im Herbst erwartet wird – stattfinden könnte.

„Die Eintrittswahrscheinlichkeiten legen nahe, dass die fünf- bis 30-jährigen Anleihen, die die Fed aufgekauft hat, nach dem Ende des Bondkaufprogramms zu höheren Renditen verkauft werden müssen, um den Privatsektor wieder hinein zu locken“, schrieb der Manager des weltgrößten Anleihefonds.

Mit seiner Theorie, an der Gross auch weiterhin fest hält, ist der Pimco-Chef allerdings auf die Nase gefallen. Der weltweit größte Anleihefonds erzielte in den letzten Monaten den schlechtesten risikobereinigten Ertrag. Das liegt an den 16 US-amerikanische Fonds, die in Anleihen mit einer mittelfristigen Laufzeit investieren. 79 Prozent der Anlagen des Fonds in Anleihen haben eine Restlaufzeit von fünf Jahren oder weniger. Für die Zukunft steht also fest: Bill Gross nimmt die Investoren bei seinem 232 Milliarden Dollar schweren Pimco-Total-Return-Fund mit auf eine stürmische Fahrt.

Pimco-Income-Fund ist auf guten Kurs

In ruhigerem Fahrwasser schippert hingegen ein anderer Fonds, der Pimco-Income-Fund. Er landete in einem Ranking von Bloomberg auf dem zweiten Platz. Berücksichtigt wurden Fonds mit einem Anlagevolumen von mindestens fünf Milliarden Dollar.

Der risikogewichtete Ertrag wird berechnet, indem der Gesamtertrag durch die Volatilität – oder die täglichen Kursschwankungen – geteilt wird. Eine höhere Volatilität legt den Schluss nahe, dass es in kürzerer Zeit zu stärkeren Kursschwankungen kommen kann. Das erhöht letztlich das Risiko von Verlusten. In den vergangenen drei Jahren hatte die Volatilität im Pimco-Total-Return-Fund in jedem einzelnen Jahr zugenommen. Das senkte den risikobereinigten Ertrag.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×