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16.09.2011

18:17 Uhr

UBS-Skandal

Nährstoff für Kritik an Indexfonds

Der Investmentbanker Adoboli hat bei der Bank UBS 1,5 Milliarden Euro verzockt. Finanzforscher glauben: Das könnte die Diskussion um Risiken mit börsennotierten Indexfonds neu entfachen.

Warnleuchte vor dem das Logo der Schweizer Großbank UBS: Der Skandal um das Geldhaus könnte der Diskussion um ETFs neuen Stoff geben. dpa

Warnleuchte vor dem das Logo der Schweizer Großbank UBS: Der Skandal um das Geldhaus könnte der Diskussion um ETFs neuen Stoff geben.

FrankfurtDem Zentrum für internationale Finanzmarktregulierung zufolge wird der Skandal im Handel mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) bei der UBS die Diskussion um ETF-Risiken neu entfachen. „Das wird viele Fragen hinsichtlich der systemischen Risiken aufwerfen, welche vom Wachstum der ETFs ausgehen“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme von Richard Reid, Forschungsleiter am International Centre for Financial Regulation (ICFR). Die Londoner Organisation setzt sich für Regeln am Finanzmarkt ein, um Anleger besser zu schützen.

Börsennotierte Indexfonds stehen seit Monaten verschärft in der Kritik. Der Finanzstabilitätsrat (FSB), die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten börsennotierte Indexfonds im April als Risiko für die Stabilität des globalen Finanzsystems bezeichnet. Andere Institutionen und einige Investoren hatten in die Kritik eingestimmt. Durch Swap- und Wertpapierleihegeschäfte, welche die Fonds eingehen, sei vielfach kaum nachvollziehbar, welche Investitionsrisiken wo lägen.

„Diese Angelegenheit ist durch die jüngste Enthüllung eines großen Handelsverlustes bei einer führenden europäischen Investmentbank weiter ins Licht gerückt“, schrieb Reid. UBS-Händler Kweku Adoboli soll im Handel mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro verzockt haben. Dafür hat die Polizei den 31-Jährigen am Donnerstag wegen Betrugsverdachts verhaftet.

„Dieses jüngste Kapitel wird als weiteres Warnsignal aufgefasst werden“, schrieb Reid über die Wirkung des UBS-Falles an den Märkten, bei Investoren, Politikern und Finanzaufsehern. Noch sei der ETF-Markt aber wahrscheinlich zu klein, um ein ernstes Risiko für das Finanzsystem darzustellen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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whisky

17.09.2011, 07:34 Uhr

k.h.a. "Da ging es halt mal schief, weil der dämliche Staat - leider mal wieder - seine Stinkefinger in den Markt stecken mußte."
Ganz einfach verzockt. Warum dürfen Banken Glücksspiel betreiben, ohne die fälligen Glücksspielsteuern dafür zu zahlen?
Fast alle sogenannten Finanz"Produkte" sind für die Bürger sinnlos. Es wird nichts produziert. Außer, wenns gut geht, Boni und Dividenden. Die dann schnellstmöglich in reale Werte umgesetzt werden. Und der Steuerzahler übernimmt dafür die Garantie.
Also Trennung von Bankgeschäften und sogenanntem Investmentbanking. Dann kann jeder der will, im Investmentbanking wetten, aber ohne staatliche Garantie.

Euyonimus

19.09.2011, 10:50 Uhr

"Also Trennung von Bankgeschäften und sogenanntem Investmentbanking. Dann kann jeder der will, im Investmentbanking wetten, aber ohne staatliche Garantie.

Das wurde schon mehrfach gefordert, aber man läßt alles so laufen, wie bisher.

Aber genau DAS will London aus gegebenem Anlaß jetzt einführen, man wird halt erst durch Schaden klug.

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