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18.01.2011

12:08 Uhr

Überteuerte Produkte

Bundesbank warnt Anleger vor Banken

VonNorbert Häring, Anke Rezmer

Die Notenbank hält viele Anlageprodukte für zu teuer und rät Investoren davon ab, auf die Kauf- und Verkaufempfehlungen der Finanzinstitute zu hören. Die Vorstellung, Anleger könnten durch geschickte Aktienauswahl den Anlageerfolg verbessern, sei eine Illusion.

Bundesbank-Chef Axel Weber: Die Notenbank übt ungewöhnlich scharfe Kritik an der Finanzbranche. DAPD

Bundesbank-Chef Axel Weber: Die Notenbank übt ungewöhnlich scharfe Kritik an der Finanzbranche.

FRANKFURT. Die Bundesbank warnt Privatanleger vor dem Kauf von teuren Produkten, mit denen die Banken das meiste Geld verdienen. Sie rät Anlegern zudem davon ab, ihre Wertpapiere oder Fondsanteile durch häufiges Kaufen und Verkaufen unnötig umzuschichten. Es gebe für den einzelnen Anleger wenig Grund zu der Annahme, er könne besser als andere die künftigen Gewinner oder Verlierer identifizieren, warnt die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht.

Kauf- und Verkaufsprovisionen sind wichtige Einnahmequellen für die Finanzbranche. Ihre Analysten bedienen mit Kauf- und Verkaufsempfehlungen die von der Bundesbank aufs Korn genommene Illusion der Anleger, man könne durch geschickte Aktienauswahl den Anlageerfolg steigern. Die Bundesbank warnt außerdem vor dem Fehler vieler Investoren, bei der Auswahl von Anlageprodukten "die entscheidende Rolle der Kostenstrukturen" zu vernachlässigen. Sie weist auf die teilweise hohen Kosten von Investmentfonds und die Risiken von Zertifikaten hin und empfiehlt die kostengünstige Anlage in börsengehandelte Anlageprodukte, die passiv einen Vergleichsindex abbilden, so genannte Exchange Traded Funds (ETFs).

Gebühren fressen Erträge

Nach einer Untersuchung des privaten Hamburger Consultingunternehmens CapQM aus dem Jahr 2009 haben die privaten Anleger vor der Finanzkrise ein Viertel bis ein Drittel ihrer Marktrendite als Gebühren und Provisionen an Kreditinstitute, Fondsgesellschaften, Lebensversicherer und Vermögensverwalter abgegeben. Bei Kapitalanlagen im Wert von 1,9 Billionen Euro im Jahr 2007 hätten die privaten Haushalte den Finanzhäusern rund 28 Milliarden Euro für Kauf, Verkauf und Verwaltung ihrer Kapitalanlagen bezahlt.

Hinter den Abschlusskosten für Lebensversicherungen hätten dabei die Verwaltungskosten der Investmentfonds und deren Ausgabeaufschläge die höchsten Kosten verursacht. Allein durch das Umsteigen auf kostengünstigere Produkte wie passive Indexfonds und längeres Halten der einmal gewählten Anlagen winkten ihnen laut CapQM Einsparungen bei den Anlagekosten von bis zu 10 Milliarden Euro pro Jahr.

Kommentare (16)

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Vorsicht Taschentrickdiebe

18.01.2011, 14:20 Uhr

Was hat Angie gesagt: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt."
Das heisst auf Gut Deutsch ich muss euch einiges weg nehmen. Das geht durch inflation und Steuern. Das sind noch die besseren Tage.
Der Kampf um den Euro ist als eine Schupserei der Taschentrickdiebe zu sehen, während sie hinschauen, nimmt der dritte ihnen den Geldbeutel ab.
Die Polizei warnt das Juncker, Merkel, Schäuble und Co. schon Kriminell auffällig

k.h.a.

18.01.2011, 18:58 Uhr

Donnerwetter, legt er sich tatsächlich mit den Gebühren-Halsabschneidern bei den banken an. immerhin hat er nach seinem Trauerspiel anläßlich des grundrechtsausübenden Sarrazin etliches gutzumachen. Ein komplexer Mensch, der Herr Weber.

aruba

18.01.2011, 19:05 Uhr

Guten Tag,.... Liebes Handelsblatt;... auch Du taetest Wohl daran den Leser zu warnen. Denn manch Halbstarker banker ( nicht bankier ) glaubt sogar noch an den Muell den er verkauft. Da sonst niemand mich lobt;... will ich es wieder einmal selber tun;..... Die bundesbank sagt nichts Anderes als das was ich ihnen allen sein Jahren erzaehle. Kaufen Sie keinen solchen. Schrott. besten Dank

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