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11.04.2013

15:53 Uhr

Umfrage

Europäer halten ihr Wissen über Geldanlagen für unzureichend

Die Mehrheit der Europäer hält das eigene Wissen über Geldanlagen für unzureichend. Anders die Deutschen. Noch mehr Sachverstand attestieren sich nur noch zwei Länder: Österreich und Krisenstaat Griechenland.

Knapp die Hälfte der Deutschen attestiert sich beim Thema Geldanlage guten Sachverstand. dpa

Knapp die Hälfte der Deutschen attestiert sich beim Thema Geldanlage guten Sachverstand.

FrankfurtDie Mehrheit der Europäer hält das eigene Wissen über Geldanlagen für unzureichend. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov stuften 58 Prozent der mehr als 11.000 Befragten ihre eigenen Kenntnisse auf dem Gebiet als „mittelmäßig“ bis „schlecht“ ein, wie die Initiative „Investmentfonds. Nur für alle“ und der deutsche Fondsverband BVI am Donnerstag in Frankfurt mitteilten. Nur zwei Prozent bezeichneten sich als „ausgezeichnet“ informiert, fünf Prozent als „sehr gut“, 31 Prozent als „gut“.

Etwas besser schätzten die Deutschen ihr Wissen über Geldanlagen ein: Immerhin 49 Prozent halten sich für „gut“ oder „ausgezeichnet“ informiert. Damit liegt Deutschland den Angaben zufolge auf Platz 3 der „Geldanlage-Kenner“. Nur Österreicher und Griechen bewerten ihren Sachverstand höher.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

„Die Finanzbildung breiter Schichten ist so lückenhaft, dass sie sinnvolle Finanzentscheidungen kaum eigenverantwortlich treffen können“, kommentierte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter die Ergebnisse der Umfrage.

Dieses Problem scheinen auch die Betroffenen erkannt zu haben: Mit 93 Prozent der Befragten wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Europäer mehr Finanzbildung an den Schulen und in der Berufsausbildung, in Deutschland fordern dies sogar 94 Prozent. YouGov befragte für die Studie zwischen dem 4. und 26. Februar mehr als 11.000 Menschen in Europa, mindestens 1.000 Teilnehmer pro Land.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Von

dpa

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