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12.04.2011

15:50 Uhr

"Undurchschaubare Risiken"

Experten warnen vor Indexfonds

Bei Anlegern erfreuen sich Indexfonds großer Beliebtheit. Die Finanzprodukte seien einfach zu handhaben, heißt es. Aber stimmt das wirklich? Finanzexperten melden jetzt Zweifel an.

Marktteilnehmer hätten die Risiken bei ETFs noch nicht ganz durchschaut, heißt es in einer Studie. Quelle: gms

Marktteilnehmer hätten die Risiken bei ETFs noch nicht ganz durchschaut, heißt es in einer Studie.

FrankfurtDer internationale Finanzstabilitätsrat (FSB) bewertet börsennotierte Indexfonds (ETFs) und ähnliche Produkte als Risiken für die Finanzmärkte.

Solche Derivate brächten Investoren zwar einige Vorteile, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Gutachten des von EZB-Ratsmitglied Mario Draghi geleiteten G20-Beratergremiums. „Sie können aber auch neue Risikoarten schaffen, die mit der Komplexität und relativen Undurchschaubarkeit der neuesten ETF-Sorten zusammenhängen“, heißt es darin. Marktteilnehmer hätten diese Risiken, die insbesondere in turbulenten Marktphasen auftreten könnten, noch nicht ganz durchschaut.

Der FSB berät die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) bei neuen Regeln für die Kapitalmärkte. Er soll im Auftrag der G20 unter anderem höhere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften für internationale Großbanken durchsetzen. Damit sollen die Institute Verluste in Krisenzeiten abfedern können. Mit seiner Kritik an ETFs schließt sich der FSB anderen Finanzaufsichtsbehörden an. Die US-Aufsicht SEC und die britische FSA haben in den vergangenen Monaten ähnliche Bedenken geäußert.

Das Gremium schaut dem Papier zufolge mit Sorge auf das schnelle Wachstum des Marktes für ETFs und ähnliche Produkte wie Exchange Traded Commodities (ETCs). Zwar machten klassische ETFs auf Standardindizes den Großteil dieses Marktes aus. Aber das Angebot von ETFs auf illiquide Märkte wie Anleihen, Schwellenländer und Rohstoffe nehme zu. Außerdem gebe es immer mehr gehebelte und Short-Produkte. „Die Komplexität und Undurchschaubarkeit, welche diese Neuheiten ausmachen, erfordert eine engere Überwachung, da sie Investoren Risiken aussetzen könnten, welche diese nicht vorhergesehen haben“, heißt es in dem Schreiben.

Kommentare (1)

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12.04.2011, 19:59 Uhr

Der Artikel scheint nicht zum Titel zu passen: Dem Text zufolge warnen Experten vor ETCs, ETNs und ETVs. Diese Finanzinstrumente sind aber überwiegend nicht Indexfonds.

Im Gegenteil: Indexfonds werden von Experten gepriesen weil ihre Kosten im Vergleich zu alternativen Produkten niedriger sind. Statistisch gesehen schneidet die Performance eines Indexfonds im oberen Quartal vergleichbarer aktiv verwalteter Fonds ab. Jeder Fondmanager weiβ, daβ sich der Index nur schwer schlagen läβt.

Der Anleger muss sicherstellen dass es sich um einen Indexfond handelt, also dass alle Werte des Index proportional korrekt gehalten werden.

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