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21.07.2013

18:51 Uhr

US-Börsenaufsicht

Hedgefonds-Star Cohen soll kaltgestellt werden

Die US-Börsenaufsicht will dem Hedgefondsmanager Steven A. Cohen künftig verbieten, Kundengelder zu verwalten. Die Aufseher werfen Cohen vor, Insidergeschäfte toleriert zu haben. Dieser weist die Anschuldigungen zurück.

Seit mehreren Jahren ermitteln die Behörden bereits gegen den 57-jährigen Gründer des Hedgefonds SAC Capital, der rund 15 Milliarden Dollar verwaltet. Reuters

Seit mehreren Jahren ermitteln die Behörden bereits gegen den 57-jährigen Gründer des Hedgefonds SAC Capital, der rund 15 Milliarden Dollar verwaltet.

New YorkDie US-Börsenaufsicht SEC will den bekannten Hedgefondsmanager Steven A. Cohen kaltstellen. Der Wall-Street-Mogul soll nach ihrem Willen künftig keine Gelder mehr von Kunden verwalten dürfen. Die SEC wirft Cohen vor, vermutliche Insidergeschäfte von zwei ehemaligen Mitarbeitern seiner Fondsfirma toleriert zu haben. Cohen habe eindeutige Warnzeichen ignoriert, sagte ein Behördensprecher am Freitagabend (Ortszeit). Der Milliardär, der die Hedgefondsbranche über Jahrzehnte mit aufgebaut hat und zu den besten Händlern seiner Generation zählt, weist die Anschuldigungen zurück.

Seit mehreren Jahren ermitteln die Behörden bereits gegen den 57-jährigen Gründer des Hedgefonds SAC Capital, der rund 15 Milliarden Dollar verwaltet. Auch die Justiz ist ihm auf den Fersen. Rechtsexperten halten es allerdings für schwierig, dass die Behörde ihr Vorhaben durchsetzen kann.

Zur Beilegung von zwei Verfahren wegen des Vorwurfs des Aktien-Insiderhandels hatte der Fonds im März 600 Millionen Dollar gezahlt. Die Summe ist eine der höchsten, die je ein Hedgefonds zur Verfahrens-Beilegung gezahlt hat. Cohen ist in der mehr als zwei Billionen Dollar schweren Branche bestens bekannt und einer der erfolgreichsten Marktteilnehmer.

Die SEC hatte erst am Mittwoch eine hohe Geldstrafe gegen den früheren Goldman-Sachs -Aufseher Rajat Gupta verhängt. Ein Gericht in New York verurteilte Gupta zur Zahlung von 13,9 Millionen Dollar, weil er Firmengeheimnisse verraten haben soll. Außerdem wurde ihm untersagt, jemals wieder in gehobenen Positionen in börsennotierten Unternehmen zu arbeiten. Ein anderes Gericht hatte Gupta im Oktober in einem Strafprozess zu zwei Jahren Gefängnis und einer Strafe von fünf Millionen Dollar verurteilt.

Gupta versorgte den Ermittlungen zufolge den Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam mit geheimen Informationen. Gupta soll etwa Quartalszahlen von Procter & Gamble verraten haben. Rajaratnam wurde bereits ein Jahr zuvor wegen Insiderhandels verurteilt und sitzt eine elfjährige Haftstrafe ab. Der Fall Rajaratnam war einer der größten Hedgefonds-Skandale an der Wall Street in den vergangenen 30 Jahren.

Von

rtr

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