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03.09.2015

05:26 Uhr

US-Lehrerfonds

Auf Nummer Sicher

VonFrank Wiebe

Der Pensionsfonds der Lehrer Kaliforniens, zweitgrößter US-Pensionsfonds, will seine Anlagen umschichten. Mit der Maßnahme sollen Risiken vermindert werden. Eine Entscheidung soll bereits im November fallen.

Umschichten in Anlagen, die als „risikomindernd“ gelten: Die Diskussion über den zweitgrößten US-Pensionsfonds läuft bereits seit Monaten. Eine Entscheidung soll es im November geben. Reuters

Pensionsfonds

Umschichten in Anlagen, die als „risikomindernd“ gelten: Die Diskussion über den zweitgrößten US-Pensionsfonds läuft bereits seit Monaten. Eine Entscheidung soll es im November geben.

New YorkDie Pensionsfonds der Lehrer Kaliforniens, mit einem Volumen von gut 190 Milliarden Dollar der zweitgrößte der USA, will seine Anlagen umschichten und damit Risiken vermindern. Die Diskussion läuft bereits seit Monaten und soll im November zur Entscheidung gebracht werden. Sie hat aber durch die jüngsten Marktturbulenzen an Dringlichkeit und auch an Aufmerksamkeit gewonnen.

Der Fonds mit der Abkürzung Calstrs wird voraussichtlich gut zehn Prozent seines Vermögens in Anlagen umschichten, die als „risikomindernd“ gelten. Es handelt sich dabei um US-Staatsanleihen und Hedgefonds. Calpers, der größte US-Pensionsfonds, der für die Staatsbediensteten Kaliforniens sorgt, hat sich dagegen aus Hedgefonds zurückgezogen, weil aus seiner Sicht das Verhältnis von Kosten und zusätzlichem Nutzen auf Dauer nicht tragfähig war.

Wichtiger als bisher werden auch Investitionen in Infrastruktur. Ende August hat Calstrs bereits die Kabel-Gesellschaft Cross-Sound gekauft, zusammen mit der niederländischen Pensionskasse APG.

Im Einzelnen zeigt der Vergleich der heutigen Struktur des Lehrerfonds mit fünf möglichen Alternativen einen deutlichen Rückgang von US-Aktien, die zurzeit bei 37 Prozent liegen, auf Werte um die 25 Prozent.

Sollte das Beispiel Schule machen, hätte das möglicherweise Auswirkungen auf den US-Aktienmarkt. Bei der „sichersten“ alternativen Option würden zudem neu zwei Prozent auf Global-Macro-Hedgefonds entfallen und fünf Prozent auf Trendfolgemodelle.

Der Anteil der Infrastruktur würde von einem auf fünf Prozent steigen. Im Vergleich zum heutigen Portfolio würde die zu erwartende Rendite von 8,4 auf 7,6 Prozent fallen, dafür würden aber auch die Schwankungen und Anfälligkeit für Schocks an den Märkten sinken. Der Fonds steckt hier in einem Dilemma: Seit langem ist bekannt, dass die Renditen der Anlagen für die Finanzierung der zugesagten Pensionen auf Dauer nicht ausreichen werden.

Der Fonds arbeitet bei seiner Strategie mit mehreren Beratern zusammen. Dabei formuliert Bob Prince, Chef-Investor bei Bridgewater Associates, drei Grundfragen, die sich jeder Investor stellen muss: Wie viel Rendite brauche ich? Wie viel Rendite kann ich erreichen? Welchen Verlust kann ich maximal verdauen? Leider sind die Antworten nicht immer leicht in Übereinstimmung zu bringen.

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