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13.08.2012

12:33 Uhr

US-Markt

ETFs stehen vor einem Ausleseprozess

Die Schließungswelle bei den börsennotierten Indexfonds macht deutlich: Das Geschäft mit ETFs wird immer schwieriger. Ein Problem ist die Kundengewinnung – denn während die Margen schrumpfen, wird der Wettbewerb härter.

Die Skyline des Finanzviertels in Manhattan. Reuters

Die Skyline des Finanzviertels in Manhattan.

New YorkDer 1,2 Billionen Dollar schwere Markt für börsennotierte Indexfonds (ETFs) in den USA steht vor harten Zeiten. Die jüngsten Schließungen von ETFs zeigen nach Einschätzungen von Experten, dass die Margen in der einst so erfolgsverwöhnten Branche immer enger werden und die Intensität des Wettbewerbs zunimmt. Zudem fällt es einigen Emittenten immer schwerer, genug Kunden in einem Markt zu gewinnen, der in den vergangenen Jahren rasant gewachsen ist.

So gab der Anbieter Scottrade vergangene Woche bekannt, das Geschäft mit seinen 15 ETFs komplett einzustellen. Russell Investments erklärte, ebenfalls über einen solchen Schritt für das 309 Millionen Dollar schwere ETF-Geschäft nachzudenken. Auch Direxion Shares will neun von 61 ETFs abwickeln, da sie zu wenig Zuflüsse erhalten hätten. Ron Rowland, dessen Firma Capital Cities Asset Management den US-Markt beobachtet, verwies darauf, dass in diesem Jahr bereits 33 ETFs geschlossen worden seien, während es im gesamten Vorjahr nur 38 gewesen waren.

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Seit 2010 hat sich Rowland zufolge die Zahl der ETFs um 31 Prozent auf 1268 erhöht. Nach Meinung von Experten führt das zu einem Überangebot. Früher hätten Kundenberater nicht gewusst, was ETFs sind, heute stünden sie vor dem Problem, dass sie unter Tausenden die richtigen heraussuchen müssten, sagte Ben Cukier vom New Yorker Finanzinvestor FTV Capital, der sich auf ETF-Anbieter spezialisiert hat. Nach Meinung von Marktexperten haben einige der Firmen, die ihr ETF-Geschäft aufgeben müssen, zudem zu wenig Geld in die Vermarktung ihrer Produkte gesteckt, um aus der Masse hervorzustechen. Paul Justice, der bei Morningstar für die Analyse passiv gemanagter Fonds zuständig ist, sieht zudem keinen Raum für den Start neuer ETFs in den USA.

Die Schrumpfkur dürfte weitergehen, auch wenn niemand damit rechnet, dass der ETF-Markt in den USA ganz verschwindet: Nach Einschätzung von Analysten von IndexUniverse und Lipper rentieren sich ETFs, wenn sie mehr als 100 Millionen Dollar an verwaltetem Vermögen an sich ziehen können. Lipper-Daten zufolge gibt es in den USA allerdings 573 ETFs, die älter als ein Jahr sind und weniger als 100 Millionen Dollar verwalten.

Von

rtr

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