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05.07.2011

16:32 Uhr

Vergleich

Hedge-Fonds verdient halbe Milliarde mit Lehman-Pleite

Die Pleite von Lehmann Brothers wird für den US-Hedge-Fonds-Manager Paulson zum Millionengeschäft. Nach dem Kollaps der US-Bank kaufte er Anteile zum Spottpreis. Nun bescheren sie ihm einen gewaltigen Profit.

Vom Milliardengrab zum Millionengeschäft - für die meisten Anleger waren Anteile an der US-Bank am Ende wertlos. Quelle: dpa

Vom Milliardengrab zum Millionengeschäft - für die meisten Anleger waren Anteile an der US-Bank am Ende wertlos.

Der gewiefte Hedge-Fonds-Manager und Multimilliardär John Paulson scheint wieder einmal den richtigen Riecher gehabt zu haben: Sein Engagement bei der Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers dürfte ihm nach Berechnungen der „Financial Times“ einen Profit von mehr als 550 Millionen Dollar einbringen. Das sind umgerechnet 380 Millionen Euro. 

Wie Paulson das geschafft hat: Als Lehman Brothers in den Wirren der Finanzkrise 2008 unterging, kaufte der Hedge-Fonds-Magnat vielen Gläubigern für wenig Geld deren Forderungen ab. Paulson hoffte darauf, dass sich in der Insolvenzmasse von Lehman Brothers noch einige Schätze versteckten, und er scheint am Ende richtig gelegen zu haben. So besitzt Lehman etwa noch Immobilien und hatte sich in den vergangenen Monaten mit anderen Banken über strittige Konten geeinigt. 

Paulson kaufte laut „Financial Times“ Schuldpapiere zu im Schnitt 7,3 Cent den Dollar auf. Die Zeitung beruft sich dabei auf Gerichtsdokumente. Das bedeutet: Ein Wertpapier, das vor der Pleite 100 Dollar wert war, wechselte nun für 7,30 Dollar den Besitzer. Ein jüngst geschlossener Vergleich mit dem Insolvenzverwalter sichert Paulson und anderen Besitzern der Schuldpapiere aber 21,1 Cent je Dollar zu. Die Differenz können sie als Profit einstreichen. Der Vergleich muss allerdings noch vor Gericht abgesegnet werden. 

Paulson verdient damit zum zweiten Mal an der Finanzkrise: Er hatte mit seinem Hedge-Fonds Paulson & Co. auf den Niedergang des US-Immobilienmarkts gewettet und als die Blase 2007 tatsächlich platzte einen Milliardengewinn eingestrichen. Über Nacht wurde John Paulson zu einer Berühmtheit an der Wall Street. Sein Hedge-Fonds ist aktuell um die 38 Milliarden Dollar schwer und gehört damit zu den größten der Welt. 

Neben Paulson hatte bis zuletzt eine Gruppe von Anleihegläubigern, zu der neben Paulson auch der Pensionsfonds Calpers und die Allianz-Tochter Pimco zählen, um die Kontrolle über die Lehman-Überreste gekämpft. Neben den Liquidierungsplänen der Paulson-Gruppe und von Lehman gab es noch einen dritten Vorschlag von einer Gruppe um Anleihegläubiger um Goldman Sachs und Morgan Stanley. Dieser sah für vorrangige Anleihen eine Zahlung von 16 Cent je Dollar vor, gestand jedoch Derivate-Gläubigern bis zu 40 Cent zu.

Kommentare (1)

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jhogi@gmx.de

06.07.2011, 15:27 Uhr

Die Gewinne auf Wetten gegen Staaten und Aktien und Firmenwerte sind meiner Meinung nach sittenwiedrig, und damit nichtig. Vergleichbar wäre es in der Hausversicherungso, als wenn mein Nachbar auf mein Haus eine Brandversicherung (Wette)abschliesst die Gewinne abwirft wenn mein Haus abbrennt. Würde es so etwas in der Immobilien/Versicherungsbranche geben würden die Brandfälle sicher sprunghaft zunehmen. So manches Haus würde plötzlich in Flammen aufgehen. So ist es auch in der Fianzwelt.

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