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04.12.2011

09:23 Uhr

Vermögensverwalter

Fonds enttäuschen die Anleger

VonIngo Narat

Die Anbieter von Investmentfonds-Produkten konnten mit ihren Angeboten kaum überzeugen. Vor allem konservative Fonds-Modelle brachten enttäuschende Ergebnisse. Die Euro-Turbulenzen haben die Manager kalt erwischt.

In einem Depotvergleich schnitt das Fondsangebot der Hypo-Vereinsbank besonders schlecht ab. Doch auch andere Anbieter glänzten nicht gerade mit hohen Renditen. dpa

In einem Depotvergleich schnitt das Fondsangebot der Hypo-Vereinsbank besonders schlecht ab. Doch auch andere Anbieter glänzten nicht gerade mit hohen Renditen.

FrankfurtDie fondsgebundenen Vermögensverwaltungen wichtiger Banken haben enttäuschende Ergebnisse erzielt. „Bei Einrechnung der Gebühren liefern alle Verwalter mit ihren Angeboten weniger Rendite als die Vergleichsmesslatte, oft sogar noch bei höheren Wertschwankungen“, urteilt Rüdiger Sälzle, Vorstand der Analyse- und Beratungsfirma Fonds Consult. Die Ergebnisse der Studie liegen dem Handelsblatt vor.

Auf dem Markt der Fonds-Vermögensverwaltungen zählt die Studie acht Anbieter: Dekabank, Commerzbank, Hypo-Vereinsbank, Deutsche Bank, Credit Suisse, Union Investment, DZ Privatbank, Fürst Fugger Privatbank. Alle offerieren verschiedene Depotvarianten, die sie mit Fonds bestücken. Der Anleger kann wählen zwischen konservativen Ausrichtungen, neutralen Mischungen bis hin zu einer offensiven Variante. In dieser Abfolge sinken die Anteile der Anleihefonds, steigen die der Aktienprodukte.

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„Ernüchternd“, nennt Sälzle die Ergebnisse aus Anlegersicht. Sogar ohne Einrechnung der Gebühren überträfen nur ganz wenige Depots ihre Messlatten über verschiedene Zeiträume. Gerade bei den konservativen Depots hinkten die Wertentwicklungen den Messlatten am deutlichsten hinterher.

Ein Beispiel ist die Abrechnung über drei Jahre. Hier gewinnt der Index aus 80 Prozent Euro-Anleihen und 20 Prozent Aktien 14,5 Prozent. Die beste Depotvariante kommt von der Commerzbank mit einem Plus von 12,3 Prozent, die schlechteste von der Hypo-Vereinsbank mit einem Verlust von 3,4 Prozent. Bei laufenden Gebühren von über einem Prozent jährlich liegen die effektiven Erträge noch tiefer.

Bei den Anbietern rechtfertigt man die schlechten Leistungen mit Blick auf die Kapitalmarktentwicklung im laufenden Jahr. „Wir haben nicht gedacht, dass die Euro-Krise in Italien so eskaliert und das Land als Pleitekandidat gespielt wird“, sagt etwa Hanns Dendorfer, Leiter Fonds-Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank.

In den vergangenen Monaten haben die Aktienmärkte sehr stark verloren. Ein Grund sind vor allem die wachsenden Sorgen über die Finanzierbarkeit der Staatsschulden in der Euro-Zone.

Kommentare (7)

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THHLT

04.12.2011, 09:32 Uhr

Nur Idioten kaufen Fonds von Banken: hohe Kosten, niedrige Rendite (wenn überhaupt).

MaWo

04.12.2011, 10:12 Uhr

Hallo,
aus dem Handelsblatt vom 10.10.2011; "Scheinwelten von heute - Realität von morgen":
Das BIP weltweit beträgt 63 Bil. $,
aber das Volumen aller gehandelten Aktien und Bonds beträgt 87 Bil.$.
Außerbörslich gehandelte Finanzderivate 601 Bil. $.
Devisengeschäfte 955 Bil. $.
Noch Fragen in Bezug auf entäuschte Anleger?

Alibaba

04.12.2011, 10:25 Uhr

Verbraucherschützer sollten davor warnen, Geld in Fonds anzulegen. In den allermeisten Fällen sind das nur bewusst undurchsichtig gemachte Abzockmodelle hart am Rande der Kriminalität.

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