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16.10.2014

11:43 Uhr

Vermögensverwalter Max Schott

„Auch ein Dividenden-Aristokrat kann sich halbieren“

VonJessica Schwarzer

Die Dividendenrenditen sind längst höher als viele Anleiherenditen. Deshalb lohnt es sich oft, auf die Aktie eines Unternehmens zu setzen statt auf dessen Anleihe, weiß Vermögensverwalter Max Schott. Wo Chancen locken.

Dividenden sind die neuen Zinszahlungen. dpa

Dividenden sind die neuen Zinszahlungen.

Der Anlagenotstand ist angesichts homöopathischer Zinsen groß, vor allem bei konservativen Anlegern. Vermögensverwalter Max Schott erklärt, warum Dividendentitel ein Ausweg sind und Risikomanagement so wichtig ist. Der Mitinhaber der Stuttgarter Vermögensverwaltung Sand & Schott verrät, auf welche Kennzahlen Anleger achten sollten.

Vermögensverwalter Max Schott, Sand & Schott

Vermögensverwalter Max Schott, Sand & Schott

Herr Schott, sind Dividenden die neuen Zinsen?
Das kann man so sagen. Die Dividendenrenditen sind im Vergleich zu den aktuellen Zinsniveaus sehr attraktiv. Sie liegen deutlich über den Zinsrenditen.

Ist das eine Chance, den Deutschen die Aktie endlich näher zu bringen?
Auch konservative Anleger, die Aktien bisher gemieden haben, kommen an ihnen kaum noch vorbei, wenn sie nach Kosten und Steuern eine Rendite oberhalb der Inflation erzielen wollen. Der Anlagenotstand ist groß. Wer früher mit Tagesgeld oder Staatsanleihen gut gefahren ist, erwirtschaftet damit heute nach Abgeltungsteuer und Inflation negative Realrenditen.

Wie einfach ist es, diesen Anlegern Aktien ans Herz zu legen?
Mal schwerer und mal weniger schwer. Sie fragen natürlich nach Alternativen, suchen nach Konzepten, die ihrem Sicherheitsbedürfnis entsprechen, aber trotzdem positive Renditen bringen. Je nach Risikoneigung mischen wir dann mehr oder weniger Aktien bei. Dividendentitel sorgen dann oft für die regelmäßigen Kapitaleinkünfte, die Anleihen nicht mehr bieten.

Der jüngste Dax-Absturz zeigt aber einmal mehr, dass Aktionäre höhere Schwankungen verkraften müssen als Anleihekäufer. Teils sogar sehr hohe.

Der Dax hat in den vergangenen Wochen rund 1.500 Punkte oder 15 Prozent verloren. Das ist natürlich heftig, wenn man ohne Absicherung investiert ist.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Das machen Sie bei Ihrem Aktienfonds smart-invest Dividendum anders.
Wir setzen auf ein striktes Risikomanagement, bei dem wir einem festen System folgen. Wir messen die Stimmung an den Märkten und sichern unsere Positionen gegebenenfalls ab. Denn so verlockend die aktuellen Dividendenrenditen auch sind, auch ein Dividenden-Aristokrat kann sich im Kurs halbieren. Aristokraten sind Aktien solcher Unternehmen, die in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich die Ausschüttungen erhöht haben.

Kommentare (5)

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Herr Peter Aue

16.10.2014, 13:52 Uhr

Immer wenn mit Dividenden geworben wird, ist das für mich ein Zeichen vorsichtig zu sein.
Was bringen 3% Divis, wenn die Aktien 10%, 20% oder 30% fallen?

Herr Peter Aue

16.10.2014, 14:02 Uhr

Wieso fehlen die wichtigsten Frage in allen Interviews der "freien Presse"im plutokratischen Regime (ok, nur rhetorisch gemeint)?

Wie sind ihre Fonds zur Zeit positioniert?
Dürfen ihre Fonds überhaupt short sein? Wenn ja, welche? Wie groß ist deren Anteil am AUM?
Werden Sie oder ihre Fondmanager für nichtinvestiertes Cash bezahlt?
Wie groß ist der Anteil nichtinvestierten Geldes ihrer Firma?

Es gäbe so viel Gutes, was der Gesetzgeber den Bürgern tun könnte, um sie vor dem parasitären Finanzsektor und den Propagandaausspielstationen zu schützen.

Aber wie sagte der Demokrat Seehofer in einem Anfall von Ehrlichkeit in die Kameras: Diejenigen die gewählt sind, haben nichts zu bestimmen und diejenigen die bestimmen, sind nicht gewählt.
Deshalb lieben die Parasiten im Hintergrund das was sie als "Demokratie" bezeichnen, so sehr. Und das Stimmvieh kapiert gar nicht, daß es ja gar keine Demokratie ist. So sind alle glücklich und zufrieden. :D

Herr Herr Kroker

16.10.2014, 14:51 Uhr

Das kommt drauf an wie lange Sie anlegen.
Ein solides grosses Unternehmen, schüttet seine Gewinne aus und verliert auch mal wie aktuell an Wert.
Nur hat die Aktie in ein paar Jahren wieder ihren jetzigen Wert und die Dividende haben sie auch bekommen.
Die Aktie ist zudem sicherer als ihr Tagesgeld. Das wird nämlich in Staatsanleihen angelegt und die waren die Auslöser der Finanzkrise.

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