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20.01.2005

07:40 Uhr

Vertrieb soll Gebühren vorab einstreichen

DWS bricht Damm für neues Provisionsmodell

VonIngo Narat

Die großen Fondsgesellschaften geben dem Produktverkauf über freie Vertriebsorganisationen und Versicherungen einen entscheidenden Impuls: Sie bieten den Verkäufern bei Abschluss von Sparplänen jetzt vorab einen Teil der Provisionen an. Sie nähern sich damit dem Vergütungsmodell für Lebensversicherungen.

FRANKFURT/M. Der Marktführer DWS startet mit dem größten Finanzvertrieb DVAG, der Dit will in Kürze ein Modell vorstellen, die Cominvest arbeitet an einem entsprechenden Konzept. Setzt sich der Trend durch, dürfte dies der Fondsbranche nach Ansicht von Experten einen steigenden Anteil am Altersvorsorgegeschäft sichern und dem dümpelnden Produktabsatz auf die Sprünge helfen.

Bisher waren Fondsprodukte insbesondere im Vergleich zum Verkauf einer Lebensversicherung dadurch benachteiligt, dass der Vertriebspartner nur den Ausgabeaufschlag (bei Aktienfonds meist fünf Prozent der Sparrate) erhält, während er beim Versicherungsabschluss die ersten Sparraten (häufig für die ersten zwei Jahre) vollständig und vorab einstreicht. „Doch mit dem Wegfall des Steuerprivilegs der Versicherungen zu Jahresbeginn haben die Investmenthäuser die Chance, auch im Vertrieb konkurrenzfähiger zu werden“, sagt ein Cominvest-Sprecher. Harald Dehn von der BCA bestätigt die Einschätzung. „Der Vertrieb erhält sein Geld schneller, das ist für ihn attraktiver. Aber letztendlich wird entscheidend sein, ob der Kunde das akzeptiert“, sagt der Vorstand des größten Pools für Finanzberater.

Die zur Hypo-Vereinsbank gehörende Activest startete mit einem Modell schon vor knapp zwei Jahren, fand damit aber kaum Beachtung. Nun ändert sich die Lage. Deutschlands größtes und zur Deutschen Bank gehörendes Fondshaus DWS lanciert über die DVAG den „DWS Zukunftsplan/System“. Hier legt sich der Kunde auf eine Laufzeit zwischen fünf und 30 Jahren fest. „Dann wird in den ersten zwei Jahren ein Teil der monatlichen Rate für den Vertrieb abgezweigt, dafür zahlt er während der gesamten Laufzeit keinen Ausgabeaufschlag“, sagt Steffen Leipold, bei der DWS Leiter Vertrieb unabhängige Finanzdienstleister und Versicherungen.

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